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Freitag, 18. Januar 2013

Aufruf zur Demo “Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus – Ziviler Ungehorsam ist ein Grundrecht!”

Aufruf des Bündnis Magdeburg Nazifrei: Wir rufen alle antifaschistischen Akteur_innen zur Demo “Gegen die Kriminalisierung von Antifaschismus – Ziviler Ungehorsam ist ein Grundrecht!” auf.


Die Demo verfolgt das Ziel, die auf Offensive, Desinformation und Eskalation beruhende Taktik des Innenministeriums und der durchführenden Polizei im Rahmen der Gegenproteste und Blockaden des Naziaufmarschs am 12.01.2013 zu skandalisieren. Diese Taktik führte nicht nur zu über 100 Verletzten, sondern auch zur systematischen Erweiterung des Spielraumes der Polizei. Des Weiteren wurden Bedrohungsszenarien im gesamten Stadtgebiet zugelassen, im Speziellen vor dem Libertären Zentrum in Salbke.


Donnerstag, 17. Januar 2013

Linksjugend [‘solid] Sachsen-Anhalt kritisiert politische Justiz des Dresdner Amtsgerichts

Der Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle der Partei DIE LINKE Tim H. wurde vom Amtsgericht Dresden zu einem Jahr und 10 Monaten Haft verurteilt, weil er angeblich einen Durchbruch einer Polizeikette organisiert und koordiniert haben soll. Dieser Durchbruch fand im Rahmen der antifaschistischen Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch 2011 in Dresden statt. Dabei wurden laut offiziellen Zahlen vier Polizist_innen verletzt und einer angeblich als "Nazischwein" beschimpft. Nachdem etliche angestrebte Verfahren gegen Blockierer_innen ins Leere liefen, erhofft sich nun wohl die Staatsanwaltschaft ein abschreckendes Urteil erzielen zu können, denn der nächste Naziaufmarsch in Dresden steht am 13.02.2013 schon kurz bevor.

Während des Verfahrens schwieg Tim H. Die Staatsanwaltschaft unterstellte ihm , dass der Grund den Aufmarsch zu blockieren nur vorgeschoben sei und der wahre Grund die Angriffslust auf Polizist_innen ist.



Freitag, 7. Dezember 2012

"Extremismus"-Broschüre des RCDS

Logo dieser merkwürdigen 
Hochschulgruppe
des RCDS
Na, ihr Extremisten? Habt ihr heute schon die verfassungsmäßige Ordnung beseitigt oder das SED-Regime verharmlost? Wenn nicht, dann könnt ihr euch in der Broschüre "Extremismus" des RCDS informieren, wir ihr euch als richtige Linke zu verhalten habt:

Vertreter dieser CDU-nahen Hochschulgruppe haben gestern vor der Uni Glühwein, Weihnachtsplätzchen und Infomaterial verteilt und frei nach dem Motto: "Kenne deinen Feind!" habe ich es tatsächlich geschafft, eines dieser raren Kleinode an Wahrheit und Freigeistigkeit zu ergattern.

Beim aufmerksamen Lesen bemerken wir zum Beispiel, dass in dieser 1. Auflage aus dem September 2012 kein Wort über den NSU steht, aber viele Zeilen über die RAF. Aber wir wissen ja, dass die CDU und ihre angegliederten Vereinigungen immer ein bisschen rückständig sind. Wie sollte die Nachricht von den NSU-Morden da nach nur einem Jahr auch schon zu ihnen durchgedrungen sein?


Dienstag, 30. Oktober 2012

"Die Extremismustheorie ist keine Theorie, sondern Ideologie" - Veranstaltung am 27.10.

Am vergangenen Wochenende fand die Aktivierungskonferenz des Bündnis Magdeburg Nazifrei statt. Diese sollte die heiße Phase der Mobilisierung zu den Gegenaktivitäten zum Naziaufmarsch im Januar 2013 einläuten. Nach zahlreichen und abwechslungsreichen Workshops verabschiedeten die Teilnehmer*innen der Aktivierungskonferenz u.a. eine Resolution für 2013.

Wir als Linksjugend ['solid] & SDS.Die Linke Magdeburg haben uns um eine Veranstaltung zum Thema Extremismusideologie und Verfassungsschutz gekümmert. Dazu luden wir den renommierten Historiker und Faschismusforscher Prof. Wolfgang Wippermann von der FU Berlin ein.


Montag, 22. Oktober 2012

Kundgebung & Mahnwache: "Das Problem heißt Rassismus!" am 04.11.2012

04. November
14 Uhr
Hauptbahnhof / Willy-Brandt-Platz






Aufruf zu Kundgebung und Mahnwache anlässlich des bundesweiten Aktionstages 1 Jahr nach Bekanntwerden der Mordserie des NSU

Am 04. November 2011 wurde bekannt, dass eine neonazistische Gruppierung namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) 13 Jahre lang mordend und brandschatzend durchs Land ziehen konnte, ohne auch nur ansatzweise daran gehindert worden zu sein. Ihr Motiv war Hass auf Menschen mit realem oder angenommenem migrantischem Hintergrund. Finanziert und getragen wurde dieser so genannte „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) durch ein bundesweites, neonazistisches Netzwerk sowie mindestens 12 Banküberfälle. Unterstützung in Form von Wohnungen, Pässen, Autos usw. erhielt der NSU von einem festen Kreis von rund 20 Personen, durch die verbotene Organisation Blood & Honour, durch Funktionäre der NPD sowie durch freie Kameradschaften.


Sonntag, 14. Oktober 2012

Aktivierungskonferenz 'Magdeburg Nazifrei 2013' am 27. Oktober

Wir dokumentieren hier den Ankündigungstext zur großen Aktivierungskonferenz vom Bündnis Magdeburg Nazifrei: 

Wir bereiten mit Hochdruck die Proteste gegen den jährlichen “Trauermarsch” im Januar 2013 in Magdeburg vor. Die “heiße” Phase soll durch eine Aktivierungskonferenz am 27.10.2012 in Magdeburg eingeläutet werden. Hierzu haben wir ein vielfältiges und spannendes Programm mit zahlreichen Workshops organisiert. Am Ende des Tages soll außerdem eine Podiumsdiskussion zur Legitimität verschiedener Protestformen mit anschließender Verabschiedung einer Resolution zum Januar 2013 stattfinden.

Hunderte Menschen haben bereits im Januar 2012 gegen den Naziaufmarsch demonstriert. Im kommenden Jahr wollen wir einen Schritt weiter gehen.


Mittwoch, 22. August 2012

20 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen – Mit dem Feingefühl einer Planierraupe

Heute, auf den Tag genau 20 Jahre danach, erleben Opfer, Antifaschist*innen und Linke ein böses Erwachen. Vor wenigen Tagen verkündete Bundespräsident Joachim Gauck, er wolle am 26. August einen Baum direkt vor dem „Sonnenblumenhaus“ pflanzen. Es handelt sich dabei jedoch nicht um irgendeinen Baum, sondern um eine „Deutsche Eiche“. „Die Symbolwirkung, eine „Deutsche Eiche“ im Rahmen der Gedenkveranstaltungen zu pflanzen, ist verheerend. Die „Deutsche Eiche“ wurde seit jeher für politische Zwecke instrumentalisiert und ist das Symbol schlechthin für Nationalismus, Militarismus und germanische Mystik. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass Hitler am 1. Mai 1933 im ganzen Reich „Deutsche Eichen“ pflanzen ließ. Gauck und das Bündnis „Lichtenhagen bewegt sich“ agieren hier mit der Feinfühligkeit einer Planierraupe, als wollten sie nicht der Opfer, sondern der Täter, dem Volksmob, gedenken – oder gar danken.“, erklärt der flüchtlingspolitische Sprecher der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt, Robert Fietzke. 

Donnerstag, 12. Juli 2012

Extremismusklausel 2.0 durch die Hintertür

Pressemitteilung, Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

„Widerlegbar“ – dieses kleine Wörtchen soll nach dem Entwurf des Jahressteuergesetz (JStG) 2013 gestrichen werden. Mit Art. 10 des JStG 2013 soll § 51 Absatz 3 Satz 2 der Abgabenordnung scheinbar nur minimal verändert werden. Jedoch hat diese Veränderung große Auswirkungen, wie Anne Geschonneck, Landessprecherin der Linksjugend [’solid] Sachsen-Anhalt, erklärt: „Mit dieser Abänderung des JStG wird versucht eine Extremismusklausel 2.0. durch das Hintertürchen einzuführen!“ Die als "Extremismusklausel" (1.0) bekannt gewordene „Demokratieerklärung“ des Bundesfamilienministeriums wurde am 25. April dieses Jahres vom Verwaltungsgericht Dresden als rechtswidrig eingestuft.

Es geht hier um die Versagung bzw. Aberkennung der Gemeinnützigkeit von Vereinen, sofern diese in Berichten des Verfassungsschutzes als verfassungsfeindlich aufgeführt werden. Durch das „widerlegbar“ durften Finanzämter bisher Organisationen dennoch als gemeinnützig einstufen und ihnen damit Finanzmittel für ihre Arbeit gewähren. Auch konnte bei Verwehrung des Status der Gemeinnützigkeit Klage vor dem Finanzgericht erhoben werden. Wenn es nach Bundesfinanzminister Schäuble geht, soll nun beides wegfallen. Offiziell geht es darum, rechten Gruppierungen den Geldhahn zuzudrehen, jedoch sind durch diese Gesetzänderung nicht allein diese Gruppen betroffen.

Donnerstag, 26. April 2012

Erneuer Rückschlag für Schröder - Sieg für die Demokratie

Berlin, 25. April 2012 | Pressemitteilung des BSpR

Nach einem aktuellen Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden ist die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verwendete "Extremismusklausel" rechtswidrig. Hierzu erklärt Kai Padberg, Bundessprecher der Linksjugend ['solid]:

"Das Urteil ist ein Sieg für die Zivilgesellschaft und alle DemokratInnen. Ministerin Schröder schlägt mit ihrem selbsternannten Kampf gegen den Extremismus mal wieder deutlich über die Stränge – so sehr, dass sie damit selbst die Demokratie gefährdet, die sie ja eigentlich beschützen will. Denn die Extremismusklausel stellt all diejenigen, die sich gegen Rassismus und andere menschenverachtende Einstellungen einsetzen, unter Generalverdacht. Damit muss Schluss sein. Das Urteil war ein wichtiger Schritt dorthin."

Seit anderthalb Jahren müssen alle Vereine und Initiativen, die Gelder für politische Bildungsarbeit beim Familienministerium beantragen, eine Erklärung unterzeichnen, mit der sie sich zur Freiheitlichen Demokratischen Grundordnung bekennen und versichern, dass sie nicht mit "ExtremistInnen" zusammenarbeiten. Gegen die Unterzeichnung dieser so genannten "Extremismusklausel" hatte der Verein AKuBiZ e.V. geklagt und vor Gericht Recht bekommen.

Der Jugendverband fordert Kristina Schröder dazu auf, die Extremismusklausel unverzüglich und ersatzlos zurückzunehmen. "Die Kriminalisierung politischen Engagements für eine lebenswertere und tolerante Gesellschaft gehört sofort beendet."

Montag, 19. März 2012

Die Angst vorm Extremisten

zur gemeinsamen Erklärung aller Stadtratsfraktionen vom 15. März


Bildquelle: Dieter Schütz / pixelio.de
Um eines vorweg zu nehmen: Linksjugend ['solid] und SDS.Die Linke Magdeburg lehnen Gewalt grundsätzlich ab. Politische Auseinandersetzungen müssen mit Worten und friedlichen Protestmethoden geführt werden, statt mit Fäusten. Dabei wissen wir uns, wie in vielen anderen Punkten auch, mit unserer Partei im Einklang.

Es ist von daher nicht falsch, wenn unsere Stadtratsfraktion zusammen mit allen anderen eine gemeinsame Erklärung abgibt, um sowohl die wiederkehrenden Angriffe auf unsere Wahlkreisbüros zu verurteilen, als auch Pöbeleien gegen FDP- und CDU-Mitglieder auf der Meile der Demokratie sowie Angriffe auf Polizist_innen zu kritisieren.

Falsch ist jedoch, wenn diese Erklärung dazu dient, um vor „politischen Extremisten“ zu warnen und den Neonaziaufmarsch mit "Krawallen von Linksautonomen" in einem Atemzug zu nennen. Damit werden Begriffe und Bilder gestützt, die historisch und auch gegenwärtig vor allem für Eines missbraucht worden sind: den Kampf gegen linke Ideen und antikapitalistische Politik.

Die Extremismusdoktrin funktioniert nach dem Hufeisenmodell von Eckhard Jesse, seines Zeichens Professor in Chemnitz und Warner vor der „Überbewertung des rechtsextremen Potentials“ in Deutschland. Diesem Modell zufolge haben wir eine "gute" demokratische Bevölkerung in der Mitte der Gesellschaft und die linken und rechten Enden des Hufeisens nähern sich in ihrem politischen Wollen an. Sie gefährden beide die so genannte freiheitlich-demokratische Grundordnung (fdGo) und müssen deswegen von Staatsseite entsprechend bekämpft werden. Herr Jesse hält übrigens DIE LINKE für eine extremistische Partei und findet deshalb deren Überwachung durch den Verfassungsschutz vollkommen richtig.

Dass die Extremismustheorie blanker Unsinn ist und keiner wissenschaftlichen Untersuchung standhält, gilt in Fachkreisen als unumstritten. Ihr stetes Fortleben ist deswegen schlicht politischer Natur: gerade Konservative und Liberale sehen sich selbst gern als Hüter_innen einer „sauberen“ und demokratischen Mitte der Gesellschaft – und blenden darüber wunderbar aus, dass Antisemitismus, Rassismus und Sexismus gerade aus Ressentiments entstehen, die in der so genannten "Mitte" zu Hause sind. 

Und diesem Feindbild schließt sich unsere Stadtratsfraktion jetzt mit großer Mehrheit und bei nur zwei Enthaltungen an? Stimmen wir jetzt schon Anträgen zu, die sich in ihrer Botschaft gegen unsere politischen Überzeugungen richten? Finden wir es gut, mit Begriffen zu hantieren, die Nazis mit Antifaschist_innen gleichsetzen – ohne eine genauere Prüfung von Sachverhalten abzuwarten?

Wir als Linksjugend ['solid] und SDS.Die Linke können diesem Antrag in dieser Form nicht zustimmen. Nicht nur sind wir entsetzt, dass ausschließlich die Meile der Demokratie als Widerstand gegen Faschismus und Rechtsextremismus erwähnt wird und damit die mutigen Aktivist_innen ausgegrenzt werden, die den Naziaufmarsch zeitweise erfolgreich blockiert und aufgehalten haben. Wir sind Antifaschist_innen und wissen, oft auch aus persönlichen Erlebnissen heraus, wie brutal und gefährlich Nazis sind. Wir lassen uns nicht in eine Extremist_innenecke stellen, nur weil wir diese auf Ausbeutung basierende Gesellschaft zugunsten einer Gesellschaft überwinden wollen, in der Freiheit und Gleichheit aller kein Widerspruch mehr ist.

Liebe Stadtratsfraktion, beerdigt den Extremismusbegriff, nennt Rechtsextreme schlicht Nazis oder Faschist_innen und tretet für eine kritische Betrachtung der Extremismusdoktrin ein – damit wäre allen geholfen.


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Die Erklärung im Wortlaut


Alle Angriffe auf demokratisch gewählte Parteien und Vertreter werden auf das Schärfste verurteilt.
 
Gemeinsam verurteilen die im Stadtrat der Landeshauptstadt Magdeburg vertretenen Fraktionen die jüngsten Angriffe auf die Vertreter von demokratisch gewählten Parteien.
 
Die Attacken auf verschiedene Wahlkreisbüros, insbesondere von Landtagsabgeordneten der Partei DIE LINKE, sind für uns nicht tolerierbar.
 
Es gibt keine Rechtfertigung für die tätlichen Angriffe auf die Informationsstände bzw. deren personelle Besetzung der FDP und der CDU bei der 4. Meile der Demokratie und deren Vorgängerveranstaltungen.
 
Gemeinsam wenden wir uns gegen den Missbrauch des Gedenkens an die Opfer der Bombennächte vom 16. Januar 1945 in Magdeburg durch politische Extremisten. Dazu gehören sowohl der Aufmarsch durch Neonazis als auch die Krawalle und Angriffe auf Polizisten durch Linksautonome.
 
Wir stehen für eine demokratische Auseinandersetzung mit den Vorschlägen und Ideen der verschiedenen Parteien.
 
Wir danken allen Magdeburgerinnen und Magdeburgern, allen Verbänden und Vereinen, die am 14. Januar 2012 auf der Meile der Demokratie ein deutliches Zeichen für eine wehrhafte Demokratie gesetzt haben.

Donnerstag, 15. März 2012

Verdeckte Parteienfinanzierung

Junge Union beschwert sich jämmerlich über das gestrige Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg


Bildquelle: Michael Staudinger / pixelio.de
(Linksjugend ['solid] Halle) Die gestrige Entscheidung des OVG muss die Junge Union sehr schmerzen. Mit polemischen Angriffen à la „Die Jugendorganisation der SED-Nachfolgepartei DIE LINKE definiert sich selbst als ,Plattform für antikapitalistische Politik‘, die ,in die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse‘ eingreift und fordert die Einführung eines sozialistischen Systems in Deutschland nach dem Vorbild der DDR“ [1] zeigt sie mal wieder, dass sie im Kalten Krieg hängen geblieben ist. Nun ja, Bildung kann da vielleicht noch helfen, groß ist unsere Hoffnung aber nicht. Ach ja, den ersten Teil (bis auf den Unsinn mit der SED-Nachfolgepartei, der die Parteientwicklung durch den Zusammenschluss mit der WASG ignoriert) des „Vorwurfs“ akzeptieren wir natürlich nur zu gern, denn ja, genau so verstehen wir uns, wer nicht in die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse eingreifen will, sollte vielleicht auch keine Politik machen – nur mal so als Anmerkung an die JU. Und der zweite Teil ist natürlich ideologisch verbrämter Schwachsinn, der von Menschen kommt, die älteren MitbürgerInnen keine künstlichen Hüftgelenke mehr gönnen und fern jeder Realität leben. [2]


Dass die Entscheidung des OVG an einem wunden Punkt rühren, kann man verstehen, finanziert sich die JU doch zu mindestens 40% aus Steuergeldern, die sie vom Ministerium bekommen, hier sieht jemand seine Felle wegschwimmen. Natürlich tut es uns für die Jusos und die GJ leid, dass auch sie von dem Urteil betroffen sind, da sie mit uns Solidarität gezeigt haben und ihr Geld wohl eher für politische Bildungsarbeit eingesetzt haben als die JU. Wer Sauftouren für Mitglieder nach Berlin aus öffentlichen Mitteln bezahlt [3], sollte sich nicht hinstellen und davon schwadronieren, dass der „Vorwurf der verdeckten Parteienfinanzierung […] vollkommen unverständlich vor dem Hintergrund [ist], dass sich die Junge Union Deutschlands immer als eigenständige Jugendorganisation definiert hat und nicht nur räumlich, sondern auch organisatorisch von der CDU getrennt arbeitet. [Und dass] Die sachgemäße Verwendung der öffentlichen Gelder für den Zweck der jugendpolitischen Bildungsarbeit […] regelmäßig umfassend nachgewiesen [wird].“ [1] Da ist den Herrschaften wohl entgangen, dass „die Mitwirkung im Entstehungsprozess des neuen Grundsatzprogramms der CDU Deutschland“ [4] – wie es im Rechenschaftsbericht der JU von 2006 heißt – keine bildungspolitische sondern eine parteipolitische Arbeit ist. Ich bastle mir die Realität wie sie mir gefällt.


Nun ja, was man von Leuten halten sollte, die wie vor 200 Jahren durch die Kneipen ziehen um Betrunkene dazu zu bringen für den Militärdienst zu unterschreiben, darüber kann sich jeder selber Gedanken machen. Nur öffentlich gefördert sollte es in keinem Fall werden (das ist jetzt natürlich nur ne Vermutung, aber wir lassen und gern auch nachweisen, dass die Finanzierung durch die Partei geschehen ist, dann werden wir das entsprechend korrigieren und schreiben: CDU fördert alkoholische Anwerbungsversuche der JU ;-)). [5]


Auf jeden Fall werden wir weiter politisch mit der JU streiten um zu zeigen, wie heuchlerisch ihr Verhalten uns gegenüber ist. Wer keinerlei Stellung zu rechtem Gedankengut in der eigenen Partei nimmt [6], sollte sich nicht erdreisten uns als „Extremistische Vereinigung[…]“ [1] zu bezeichnen und zu fordern, dass wir „auch weiterhin von öffentlichen Zuwendungen ausgeschlossen bleiben!“ [1]


Auch werden wir weiterhin dafür streiten in den Bundes-RPJ aufgenommen zu werden, notfalls juristisch, um die Ungleichbehandlung der politischen Jugendorganisationen durch die JU zu beenden. Danke Herr Mißfelder, danke Herr Focke, dass sie uns zeigen, warum dies so wichtig ist. Gern wollen wir euch dabei helfen „antidemokratischen Einfluss auf die junge Generation‘ zu verhindern, wie es in der Satzung [des RPJ] geschrieben steht.“ [1] Wenn wir erst Mitglied sind, wird uns das gewiss gelingen.


[1] http://www.junge-union.de/content/presse/mitteilungen/1297
[2] http://www.tagesspiegel.de/politik/keine-hueftgelenke-fuer-die-ganz-alten/436080.html
[3] http://www.sueddeutsche.de/politik/saufgelage-auf-berlinfahrt-die-junge-skandal-union-1.1014283
[4] http://www.scharf-links.de/109.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=22906&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=46d01a39a6
[5] http://www.youtube.com/watch?v=eGFMq6IlvWk&feature=youtu.be
[6] http://www.youtube.com/watch?v=mnJGxOdfu2A

Mittwoch, 22. Februar 2012

Die bizarre Welt der Kristina Schröder

von Sebastian Lucke, Landessprecher Linksjugend [‘solid] BaWü:veröffentlicht am 21.02.2012 auf http://solidbw.wordpress.com/2012/02/21/die-bizarre-welt-der-kristina-schroder/

Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und selbsternannte „Expertin“ in politischen Extremismusfragen glänzte in der Vergangenheit bereits mit einigen Höchstleistungen an fachlicher Inkompetenz:

Die Überwachung der Partei DIE LINKE durch den Verfassungsschutz findet sie absolut gerechtfertigt, da Teile der Partei, ihrer Meinung nach, die freiheitliche Grundordnung in Frage stellen, obgleich z.B. im Grundgesetz der Kapitalismus nirgendwo als alleinige Wirtschaftsform verankert ist bzw. die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln ausdrücklich möglich wäre.

Die linke Tageszeitung „Neues Deutschland“ charakterisierte Frau Schröder ebenfalls als linksextrem, die diese gelegentlich Beiträge mit entsprechenden Bezügen zur LINKEN aufweist.

Des Weiteren führte sie Anfang 2011 eine Extremismusklausel bei der Förderung von Projekten gegen Rechtsradikalismus ein, in der alle Antragssteller, welche Gelder aus dem Fördertopf ihres Bundesministeriums erhalten wollen, eine Erklärung unterzeichnen müssen, dass sie sich zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland bekennen. Betroffene Vereine reagierten mit nachvollziehbarem Unverständnis, da ihre Arbeit der Aufrechterhaltung demokratischer Werte diene und dieses nicht durch ein Bekenntnis bekräftigt werden müsse.

Hauptkritikpunkt an der Klausel ist und bleibt, dass antifaschistische Initiativen unter einen Generalverdacht des Linksextremismus gestellt würden, sowie Vereine gezwungen würden, für ihre Projektpartner zu bürgen und diese gegebenenfalls durch den Verfassungsschutz überprüfen zu lassen.

Noch kurz vor dem Bekanntwerden des Rechtsterrorismus des NSU, setzte sich Schröder für eine Kürzung der Fördermittel gegen Rechtsradikalismus ein, was im Anschluss wieder zurück genommen wurde. Gleichzeitig intensivierte Schröder aber die „Förderung von Programmen gegen Linksextremismus“

Den bisher absoluten Höhepunkt bildet aber das, von Kristina Schröders Ministerium geförderte, Modell-Projekt „Dortmund den Dortmundern“, indem 30 militante Neonazis zusammen mit 30 demokratischen Jugendlichen über die Zukunft Dortmunds diskutieren sollen, wo Neonazis somit eine direkte Bühne geliefert wird, auf der sie sich in Szene setzen können und ihre rassistischen Inhalte indirekt als „diskussionswürdig“ geadelt werden.

 Bisher zeigt sich das Bundeministerium davon völlig unbeeindruckt. Die Fördersumme bleibt bis auf weiteres bestehen. Durch das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ fließen somit Gelder [übrigens 300.000€] in ein Projekt, bei dem Nazis ohne Vorbehalte über die Entwicklung „ihrer Stadt“ diskutieren dürfen.

 Es bleibt somit ernsthaft zu fragen, ob Frau Schröder hier bewusst ihrem Gewissen nach handelt oder ob sie an einer angeborenen Links-Rechts-Schwäche leidet und somit einfach inkompetent für ihr Amt ist.

Freitag, 14. Oktober 2011

„Wir lassen uns nicht kriminalisieren oder spalten – wir werden Naziaufmärsche weiter blockieren!“

13. Oktober 2011 – Im vergangenen Februar verhinderten rund 20.000 AntifaschistInnen erfolgreich mit Massenblockaden einen der größten Naziaufmärsche in Dresden. Darunter waren auch viele Aktive des Studierendenverbandes Die Linke.SDS. Dieser zeigt sich nun geschockt über die laufende Welle der teils rechtswidrigen Ermittlungen und Übergriffe durch die sächsischen Behörden, die heute um erneute Hausdurchsuchungen bei Blockadeteilnehmern ergänzt werden.


Bereits letzte Woche hat das Amtsgericht Dresden die Durchsuchung einer Anwaltskanzlei im „Haus der Begegnung“ am Abend des 19. Februar für Rechtswidrig erklärt. Die Polizei hatte in der Parteizentrale der Dresdener LINKEN nach angeblichen Organisatoren von Gewalttaten auf den Demonstrationen gesucht. Die großflächige Überwachung von Handys während der Blockaden hat bereits für einen Skandal gesorgt. Doch die sächsischen Behörden lassen bleiben auf ihrem Kurs und versuchen mit teils rechtswidrigen Methoden weiterhin um jeden Preis den antifaschistischen Protest zu kriminalisieren: Am Mittwoch wurde ein Verfahren gegen einen Teilnehmer der
Blockaden nach nur zwei Stunden ausgesetzt, weil die Ermittlungsgrundlage zu dünn ist. Eine Allianz von CDU, FDP und der NPD hat heute die Immunität des LINKEN-Fraktionsvorsitzenden im sächsischen Landtag, André Hahn, aufzuheben, da er sich im Vorjahr an den Blockaden beteiligt haben soll.  Dergleichen widerfuhr bereits dem Fraktionsvorsitzenden der Thüringer LINKEN, Bodo Ramelow. In die Welle der Repression reihen sich auch die heutigen Hausdurchsuchungen bei Blockade-Teilnehmern und Aktiven des  Bündnisses ein.


„Die Ermittlungen der sächsischen Behörden sind klar politisch motiviert! Es geht darum, ein Exempel zu statuieren und antifaschistischen Protest zu kriminalisieren. Um jeden Preis soll verhindert werden, dass auch an anderen Orten couragierte Menschen über politische und soziale Differenzen hinweg  zivilen Ungehorsam begehen, um Neonazis-Aufmärsche zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft Dresden macht sich zu Handlangern der Nazis“, so Paula Rauch; Geschäftsführerin von Die Linke.SDS und weiter: „Wir werden uns aber durch keine Hausdurchsuchung und kein Scheinverfahren abschrecken lassen! Im kommenden Februar werden wir die Nazis in Dresden wieder blockieren. Wir lassen uns nicht spalten und kriminalisieren, sondern werden weiterhin für breite Massenblockaden von Gewerkschaften und Parteien über zivilgesellschaftliche- bis hin zu Antifa-Gruppen kämpfen und uns Nazis in den Weg setzten, wo auch
immer sie marschieren wollen!“

Rückfragen und mehr Informationen:

Paula Rauch: paula.rauch@linke-sds.org 0171 6980016
www.linke-sds.org www.dresden-nazifrei.com