Donnerstag, 16. Oktober 2014

Es ist deutsch in Kaltland...Antifaschistisches Themensemester 2014/15

Teil 1: Wenn Flüchtlingsheime, Moscheen und Synagogen brennen… Wie rassistisch ist Deutschland im Jahr 2014?

mit Martina Renner, Mitglied des Bundestages (DIE LINKE)

22. Oktober 2014
Beginn: 18:30 Uhr
Ort: Uni Magdeburg, Gebäude 22A (Vilfredo-Pareto-Gebäude), Raum 013

Schneeberg, Berlin Hellersdorf, Halle Silberhöhe – in ganz Deutschland machen „besorgte Bürger“ gegen Asylsuchende mobil, lassen auf der Straße und in sozialen Netzwerken ihrer Fremdenfeindlichkeit freien Lauf. Die Zahl von Kundgebungen und Demonstrationen gegen Flüchtlingsunterkünfte geht für 2014 bereits auf die 200 zu. Aber es bleibt nicht bei verbaler Gewalt. Seit Beginn dieses Jahres gab es mindestens 23 Brandanschläge und ebenso viele tätliche Übergriffe auf Flüchtlinge.


Auch Anschläge auf Moscheen und Synagogen machen immer wieder Schlagzeilen, aktuell im Zusammenhang mit dem wieder aufgeflammten Nahostkonflikt. Auch dies ist kein neues Phänomen, sondern Ausdruck tief sitzender antimuslimischer und antisemitischer Ressentiments, die regelmäßig einen neuen Anlass suchen und finden, um zu Tage zu treten.

Zusammen mit Martina Renner (MdB für Die Linke, Sprecherin für antifaschistische Politik der Bundestagsfraktion, ehem. Obfrau im thüringischen NSU-Untersuchungsausschuss) wollen wir die Ursachen dieses Hasses beleuchten, die Argumentationsmuster und Mobilisierungsstrategien der Rechten sowie die Reaktion der Politik auf das derzeitige Wiederaufflammen rassistischer Hetze und Gewalt diskutieren.

Aus aktuellem Anlass: Sushi: veganer Koch wird vegane Speisen gegen Spende anbieten. 100% des Erlöses gehen an die kämpfenden Kurd*innen in Rojava, die in Kobanê und anderen Städten und Dörfern in den kurdischen Autonomiegebieten sich gegen die barbarische Terrorarmee des IS (Islamischer Staat, ehemals ISIS) wehren, die gerade dabei ist, einen faschistischen Staat in der Region zu errichten, und nicht nur um ihr Überleben, sondern auch das Überleben der vielen emanzipatorischen Projekte kämpfen. Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten benötigen alles mögliche, von medizinischen Hilfsgütern über Verpflegung bis hin zu Waffen. Der Erlös geht direkt nach Rojava, wo dann über die Verwendung der Gelder entschieden wird! Mehr Infos zum Spendenprojekt: https://www.facebook.com/events/354070878092252/. Halte Stand, freies Rojava!

 

Teil 2: Massendemonstrationen gegen Israel in Deutschland und Europa.
Ist Antizionismus der neue Antisemitismus?


mit Katharina König, Mitglied des Thüringer Landtages (DIE LINKE)

Als im Juli 2014 die ohnehin angespannte Lage zwischen dem Gazastreifen und Israel eskalierte, zeichneten sich auch in der deutschen Öffentlichkeit unterschiedlichste Reaktionen ab. Bei unzähligen "Gaza-Demos" fielen antisemitische Parolen, die in diesem Ausmaß schon lange nicht mehr hörbar waren. "Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein", "Kindermörder Israel!" oder "Hitler hat zu viele am Leben gelassen" - dies sind nur kleine Ausschnitte einer komplexen Eruption von neuzeitlichem Antisemitismus. Ein Punkt vieler Diskussionen war die Frage, wie weit man Israel "kritisieren" darf und ob diese sogenannte "Israelkritik" überhaupt legitim sei. Denn bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass viele Bilder die auf Israel projiziert werden, den altbekannten antisemitischen Klischees gleichen. Ebenso in anderen Bereichen fällt dies auf. Bei der regressiven Kapitalismuskritik, zum Beispiel Kritik am Zins- oder Bankensystems, zeichnen sich immer wieder Parallelen zu alten antisemitischen Bildern ab. 
Doch wie erkennt man den "modernen" Antisemitismus, wodurch zeichnet er sich aus und wie unterscheidet er sich in seiner äußeren Form vom Antisemitismus in der Vergangenheit?
Diskutiert mit uns und unserem Gast, Katharina König, MdL aus Thüringen, über dieses Thema!

Katharina König ist seit 2009 Mitglied des Thüringer Landtages. Dort ist sie als Sprecherin für Jugendpolitik, Netzpolitik und Antifaschismus tätig. Zusammen mit Martina Renner sitzt sie als Ob-Frau im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtages.

Ort und Zeit der Veranstaltung stehen zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest, da sich der Thüringer Landtag erst jetzt konstituiert hat. Infos gibt es es in wenigen Tagen hier auf unserer Homepage!

 

Teil 3: I don't like mondays...wenn Verschwörungsfreaks, Antisemiten, Querfrontler, Reichsbürger und Neonazis aufmarschieren, dann heißt das "Friedensbewegung 2014"

 

mit Robert Fietzke 

26. November 2014
Beginn: 18:30 Uhr
Ort: Uni Magdeburg, Universitätsbibliothek, Konferenzraum

Die „Friedensbewegung 2014“, die seit März zu "Montagsmahnwachen für den Frieden" aufruft, stellt die politische Linke vor große Herausforderungen. Sie offenbart zum einen, dass es viele Menschen gibt, die aus einem echten friedenspolitischen Interesse auf die Straße gehen, zeitigt aber zum anderen inhaltlich äußerst vermintes Terrain. Von Beginn an fiel sie auf durch allerlei verschwörungsideologische Propaganda. Der Hauptfeind war jedenfalls schnell ausgemacht: die FED. Seit März diskutiert die politische Linke, ob sie dort - auch angesichts eines ihrer absoluten Kernthemen, der Friedenspolitik - mitmachen soll oder ob eine klare Grenzziehung geboten ist. Bei den zentralen AkteurInnen, namentlich Jürgen Elsässer, Ken Jebsen, Andreas Popp und Lars Mährholz - inzwischen kann man auch Xavier Naidoo dazu zählen -, müssen jedenfalls alle linken Alarmglocken klingeln. Zeit für eine kritische Auseinandersetzung mit dieser neuen Bewegung, die vorgeblich nur an Frieden interessiert ist.


Teil 4: Infoveranstaltung zum nächsten Naziaufmarsch am 17. Januar 2015

 

von und mit BLOCK MD - Aktionsbündnis gegen den jährlichen Naziaufmarsch in Magdeburg

10. Dezember 2014
Beginn: 18:30 Uhr
Ort: Uni Magdeburg, G40B, Raum 226

Seit vielen Jahren findet in Magdeburg einer der größten Naziaufmärsche in der Bundesrepublik Deutschland statt. Am 17. Januar 2015 wollen die Nazis wieder durch die Stadt marschieren: das Bombardement Magdeburgs durch die Alliierten jährt sich dann zum 70. Mal. Grund genug für die Nazis, ihre Gesinnungskameraden noch stärker für 2015 zu mobilisieren, um mit ihrem sogenannten Trauermarsch den Nationalsozialismus zu verklären und die "Festungsstadt Magdeburg" in ihrem Sinne zu "verteidigen". Das können und wollen wir nicht zulassen! Das Aktionsbündnis BLOCK MD informiert über seine Strategie, den Naziaufmarsch 2015 - zusammen mit vielen anderen Akteur*innen - endlich verhindern zu können.

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