Mittwoch, 5. Februar 2014

17. Todestag von Frank Böttcher - Nichts und niemand ist vergessen!

Frank Böttcher, 17 Jahre alt, Punk, möchte am 07. Februar 1997 eine Handverletzung im Klinikum Olvenstedt behandeln lassen. Auf dem Hinweg begegnet er einer Gruppe von Nazis, die ihn anpöbeln. Sie werden ihn ein paar Stunden später an der Haltestelle "Klinikum Olvenstedt" mit sieben Messerstichen und Fußtritten zum Kopf umbringen. Frank Böttcher musste sterben, weil er anders aussah als sie, weil er nicht in das Weltbild der Nazis passte.

Er war nicht das erste und auch nicht das letzte Opfer von nazistischer Gewalt. Allein in Magdeburg sind seit 1990 mindestens vier Opfer zu betrauern, von denen aber nur drei "offiziell anerkannt" werden - bundesweit sind es 184. Um die Anerkennung als "Opfer rechter Gewalt" gibt es seit Jahrzehnten einen politischen Streit. Während die "offiziellen" Organe Verfassungsschutz und Innenministerium lediglich 60 zählen, sind es bei unabhängigen NGOs wesentlich mehr. Vor wenigen Monaten ist darüber hinaus bekannt geworden, dass über 700 Fälle versuchten und ausgeführten Totschlags neu aufgerollt und auf eine mögliche rechte oder rassistische Tatmotivation untersucht werden [1]. Die Zahl der von Nazis ermordeten Menschen könnte also wesentlich höher liegen als bisher angenommen.

Am 08. Februar 2014 jährt sich der Todestag Frank Böttchers zum 17. Mal. Es gibt zwei Gedenkveranstaltungen, zu denen wir aufrufen möchten: Kranzniederlegung am Westfriedhof (16 Uhr) Westfriedhof und eine Kundgebung des Bündnis gegen Rechts am Gedenkstein in Neu-Olvenstedt ebenfalls um 16 Uhr. Nichts und niemand ist vergessen!

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