Freitag, 3. Mai 2013

Der Tod des Flüchtlings Saizon Cosmo aus Friedersdorf muss Konsequenzen haben

Am 25. April verstarb der aus Benin stammende Saizon Cosmo im Bitterfelder Kreiskrankenhaus an den Folgen einer bisher nicht geklärten Erkrankung. Saizon beklagte sich schon am 19. April über starke Schmerzen, so dass hier der Rettungsdienst gerufen werden musste. Die Rettungssänitäter*innen hätten allerdings keine ernsthafte Erkrankung diagnostizieren können und verschrieben ihm stattdessen ein starkes Antibiotikum. Allerdings habe, so die "Heimbewohner*innen", keine ernsthafte Untersuchung seitens der Sanitäter*innen stattgefunden. Sollte sich dies bestätigen, läge hier eine fatale Fehleinschätzung vor. Nach drei Tagen stellte sich auch mit dem Antibiotikum bei Cosmo keinerlei Besserung ein und als dieser schließlich sogar den Geruchssinn verlor, musste der Rettungsdienst erneut gerufen werden. Die Bewohner*innen zitierten die Aussagen der Rettungssanitäter*innen wie folgt: „Saizon Cosmo hätte schon längst im Krankenhaus behandelt worden sein müssen.“ Die Linskjugend ['solid] Sachsen-Anhalt fordert daher die vollständige Aufklärung der genauen Todesumstände des Saizon Cosmo! Es muss geklärt werden, ob der Tod verhinderbar gewesen wäre. 

Cosmo Saizon war im Lager in Friedersdorf untergebracht, welches am 30. April von den Flüchtlingen vollständig blockiert wurde, um auf die desolaten Zustände im Lager und insbesondere auf die rassistische Behandlung durch das "Heimpersonal" aufmerksam zu machen. Bereits während des Besuchs des Sozialausschusses des Landkreises Anhalt-Bitterfeld im Oktober des letzten Jahres, an dem auch André Giebler, Mitglied im Landessprecher*innenrat der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt, teilnahm, wurde von den Bewohner*innen auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam gemacht. „Die Raumdecken waren teilweise mit Folien abgeklebt, um die durchdringende Nässe aufzuhalten. Die Matratzen bestanden aus mehreren Einzelstücken und die Bewohner*innen behaupteten, dass die Heizung in der Nacht abgestellt werden würde“, so André Giebler. Es waren eklatante Mängel auf der gesamten Anlange festzustellen und auch bei der Blockade am 30. April wurden diese Mängel den Vertreter*innen aus der Politik erneut eindringlich aufgezeigt. Es dürfte klar sein, dass auch wenn die Ursache der Erkrankung noch ungeklärt ist, die Zustände im Lager Friedersdorf dieser Erkrankung zumindest nicht abträglich waren. "Es müssen endlich Konsequenzen seitens der Kreisverwaltung Anhalt-Bittefeld auf die neuerlichen Ereignisse folgen und ein Schlussstrich unter die unrühmliche Geschichte des Flüchtlingslagers Friedersdorf gezogen werden. Der am Endes des Jahres auf dem Prüfstand stehende Betreibervertrag muss endlich gekündigt werden", so André Giebler.

Bis zur genauen Klärung der Todesursache Saizon Cosmos kann kein*e Schuldige*r ausgemacht werden, außer der deutschen Gesetzgebung. André Giebler: „Die vor 20 Jahren beschlossenen Asylgesetze zwingen die Flüchtlinge in Lagern unter miserablen Zuständen zu leben. Ferner sorgt die gesetzliche Regelung im § 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes dafür, dass eine medizinische Grundversorgung einzig bei akuter Dringlichkeit zu erfolgen hat. Fraglich aber ist, in wessen Ermessen es hier liegt, diese Dringlichkeit festzustellen?“ Denn solange weiterhin an der unmenschlichen Flüchtlingsgesetzgebung festgehalten wird, muss davon ausgegangen werden, dass hier noch weiter sinnlose Todesopfern ausgegangen folgen werden. Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt fordert daher die Abschaffung dieser unmenschlichen Flüchtlingsgesetzgebung, damit keinem weiteren Menschen dieses Schicksal droht! 

Wir möchten auch der Familie und seinen Freund*innen gegenüber unser tiefes Mitgefühl ausdrücken und dazu aufrufen, sich an einer Spendenaktion  zu beteiligen. Diese dient dem Zweck, eine Trauerfeier zu organisieren. Anderenfalls würde der Leichnam einfach verbrannt - ohne einen Hinweis auf dessen Verbleib. Auch soll Saizon Cosmo nach Benin überführt werden. Die Kontoverbindungsdaten sind: Patricia Franzelius | Ktn:1111602500 | Blz.:43060967 | Gls Bank

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