Freitag, 5. Oktober 2012

Bejagung von Wildtieren im Stadtpark

Logo der Tierfreunde e.V.
Wir dokumentieren hier einen Leserbrief an die Volksstimme. Vor wenigen Wochen haben wir den Kontakt zwischen Tierrechts-Aktivist_innen und Stadtratsfraktion der LINKE/Tierschutzpartei hergestellt. Am gestrigen Tag brachte die Fraktion einen Antrag zum Thema "Bejagung der Wildschweinpopulation im Stadtpark" ein. Scheinbar hat das CDU, SPD/Future und FDP nicht interessiert:


Betr.: Stadtratssitzung am 4.10.2012
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 4.10.2012 habe ich als Mitglied unserer Ortsgruppe die tierfreunde e.V. die Sitzung des Magdeburger Stadtrates als Zuschauerin verfolgt. Wichtig war mir nur der Tagesordnungspunkt zum Neuantrag „Wildtiere im Stadtgebiet“ von Stadtrat (SR) Josef Fassl von der Fraktion Die Linke/Tierschutzpartei, bezugnehmend auf die von der Stadtverwaltung geplante Bejagung der Wildschweine im Stadtpark Rotehorn.

Wie sich herausstellte, war dieser Neuantrag der letzte Tagesordnungspunkt und gegen 20.50 Uhr konnte sich SR Josef Fassl dann dazu äußern. Zu diesem Zeitpunkt war ich nur noch die einzige Zuschauerin. Über das Schauspiel, was sich mir dann bot, war ich zutiefst empört und enttäuscht. Ich hatte mir eine sachliche Diskussion und bestenfalls eine Abstimmung zum Thema, wie man mit Wildtieren im Magdeburger Stadtgebiet umgehen sollte, ohne diese durch Jäger töten zu lassen, gewünscht. Stattdessen herrschte Tumult im Saal. Die Fraktionen von SPD/future, CDU/BfM und FDP hatten schon in froher Erwartung des Feierabends ihre Taschen gepackt und unterhielten sich lautstark und unentwegt. Der Redebeitrag von SR Fassl ging bedauerlicherweise völlig im Gerede unter, es wurde nicht wie sonst üblich um Ruhe gebeten. Er wurde von den besagten Fraktionen gemeinschaftlich ignoriert und belächelt, es herrschte belustigte Stimmung, was eine inakzeptable Mißachtung darstellt. Der Umgang mit Wildtieren im Stadtgebiet ist angesichts der Bejagungspläne der Stadtverwaltung ein wichtiges Thema, das mir und anderen Magdeburger/innen, die sich für Tiere einsetzen, am Herzen liegt. Daher sollte es angemessen wie die anderen Tagesordnungspunkte auch behandelt werden und Gehör finden!
Ich war entsetzt und fassungslos über diesen Umgang im Magdeburger Stadtrat. Dieser zeugt von Respektlosigkeit, Ignoranz, Überheblichkeit und schlechtem Benehmen von Oberbürgermeister Dr. Trümper und von den genannten Fraktionen, die es nicht mehr für nötig hielten, das Rederecht von SR Fassl zu akzeptieren und seinen Ausführungen zuzuhören.
Verhalten sich so erwachsene Menschen, noch dazu Volksvertreter in gewählter politischer Funktion, sie sollten sich schämen.
Somit brauchen es der Oberbürgermeister Dr. Trümper und die Magdeburger Stadträte/innen auch nicht verwunderlich finden, wenn sich die BürgerInnen und insbesondere junge engagierte Menschen übergangen, nicht repräsentiert und nicht ernst genommen fühlen und parteiverdrossen sind. Mich hat dieses abfällige Verhalten in der Stadtratssitzung auch persönlich getroffen und verletzt. Tierschutzthemen werden im Magdeburger Stadtrat bedauerlicherweise nicht ernst genommen, sondern verlacht und mit Desinteresse bedacht . Dies ist skandalös und ein Schlag ins Gesicht aller Menschen, die sich mit Herzblut für die Rechte der Tiere engagieren.
Wir als Ortsgruppe die tierfreunde e.V. lehnen eine Bejagung der Wildschweine im Magdeburger Stadtpark Rotehorn und sämtlicher Wildtiere im Stadtgebiet konsequent ab und fordern die Stadtverwaltung auf, Alternativen in Betracht zu ziehen. Wir werden keine Treibjagd im Stadtpark Rotehorn dulden.
Mit freundlichen Grüßen
Beate Schmitz (31 Jahre)
die tierfreunde e.V. Ortsgruppe Magdeburg

Kommentare:

  1. Zur Dichtung oben jetzt die Tatsachen: Als letzter TOP am 4.10. um kurz vor 21.00 h wurde der Antrag A0114/12 behandelt, in dem Herr Fassl die Einrichtung eines zeitweiligen Ausschuss „Wildtiere in der Stadt“ fordert. Herr Grünwald von den Linken verstieg sich in seinem Redebeitrag zur Unterstützung des Antragstellers darauf, aus einem Bezug zur deutschen Geschichte und der menschenverachtenden Euthanasiepolitik während der NS-Zeit die Notwendigkeit des zeitweiligen Ausschusses zu begründen. Herr Dr. Kutschmann, wies den Vertreter der Tierschutzpartei darauf hin, dass seine Aufgabenschwerpunkte für den zeitweiligen Ausschuss bereits von der Fraktion CDU/BfM in einer Anfrage aufgegriffen worden waren, die die Stadtverwaltung beantwortet hatte. Etwas verunsichert zog Herr Fassl daraufhin seinen Antrag zurück.

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  2. Das scheint nicht ganz zu stimmen. Wenn man den Link drückt findet man unten die Aussage, daß der Antrag abgelehnt worden wäre und dann für Monate nicht mehr zu behandeln. Der Antrag soll übrarbeitet noch mal eingebracht werden. http://www.tierschutzpartei-sachsen-anhalt.de/index.php/aktuelles/192-0408102012-nachlese-ratssitzung-magdeburg-teil-ii

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