Dienstag, 18. September 2012

Nazis die Tour vermiesen - in Stendal und überall!


Mobi-Banner des Bündnis Magdeburg Nazifrei, welches seit 09.09.12 mobilisiert
NPD, JN und Freie Kräfte rufen für den 29.09.2012 zu einer Demonstration und Kundgebung unter dem Motto "Wir wollen leben - härtere Strafen für Kinderschänder" auf. Die Neonazis wollen damit einmal mehr die aufgeheizte Stimmung im Altmarkdorf Insel nutzen, um ihre menschenfeindlichen Ab- und Ansichten zu verbreiten. Die Nazi-Demo soll um 12 Uhr am Hauptbahnhof in Stendal beginnen. Erwartet werden neben dem Chef-Volksverhetzer Udo Pastörs, der jüngst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden ist, auch braunes Fallobst, wie z.B. Andy Knape (Landesvorsitzender der JN sowie stellv. Bundesvorsitzender der JN), Christian Worch (Nationalsozialist und Gründer der neuen faschistischen Partei "Die Rechte". Wurde inzwischen von der Rednerliste gestrichen) und Sigrid Schüßler, ihres Zeichens Bundesvorsitzende des RNF.


Zunächst wollten die Neofaschisten Stimmung gegen Europa, den Euro und Migrant_innen machen. Nach der extrem erfolglosen NPD-Tour, die am 07. und 08. August auch Sachsen-Anhalt passierte, und an keinem Ort mehr als 25 Hanseln mobilisieren konnte, waren sich die Nazis nicht mehr der nationalbewussten Massen gewiss. 


Deswegen schwenkten sie wohl um und nahmen sich des Dauerbrenner-Themas "Härtere Strafen für Kinderschänder" an. Davon abgesehen, dass es sich bei den beiden Ex-Sexualstraftätern in Insel nicht um "Kinderschänder" handelt, ist hier die typische Vorgehensweise offensichtlich: die Neonazis erklären alle, die für die Wahrung von elementaren Menschen- und Bürger_innenrechten eintreten, als "solidarisch mit Kinderschändern". Dies ist selbstverständlich grundlegend falsch. Aber das können Nazis nicht wissen, da ihnen jegliches Verständnis von Menschenrechten fehlt. In ihrer "Argumentation" werden Sexualdelikte immer nur von auswärtigen Menschen begangen, die, als Fremde, damit "die Volksgemeinschaft bedrohen". Dass es in Insel bereits ein Sexualdelikt an einem Kind gab, bei dem der Täter, ein junger Mann aus dem Dorf, von der Dorfgemeinschaft geschützt worden ist, während Opfer und Mutter genötigt worden sind, die Füße still zu halten und heute immer noch offen angefeindet werden, spielt bei den Nazis freilich keine Rolle. Dass es im Raum Stendal jährlich über 60 Sexualdelikte gibt, interessiert sie ebenso wenig. Wie man es auch dreht und wendet: Nazis geht es nicht um das Wohl der Opfer, Nazis geht es nicht um eine Debatte über sexualisierte Gewalt. Nazis geht es ausschließlich darum, menschenfeindliche Hetze zu betreiben, Populismus zu verbreiten und ein paar neue Mitläufer_innen für ihr Vorhaben eines neuen IV. Reiches zu gewinnen.

Die Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt und der Landesarbeitskreis Antifa/Antira rufen dazu auf, sich an allen gewaltfreien Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Stendal zu beteiligen. Nazis sind keine Gesprächspartner. Nirgendwo. Niemals. Kommt nach Stendal und vermiest den Neofaschisten ihre Tour!

Treffpunkt: 10 Uhr Stendal, Wernerplatz

Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt, Landesarbeitskreis Antifa/Antira der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

[1] Aufruf des Bündnis Magdeburg Nazifrei

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