Montag, 27. Mai 2013

Demonstration gegen Hochschulkürzungen am 29.05.

Flugblatt zur Demonstration
Wir sind hier – Wir sind laut – Weil man uns die Bildung klaut!

Während das Kabinett alles kurz- und kleinkürzen will, regt sich massiver Widerstand in ganz Sachsen-Anhalt. Lokale und landesweite Bündnisse organisieren Demos, Petitionen und Aktionen gegen Bildungs- und Kulturkürzungen.

So formierten sich in den letzten Wochen das "Hochschulaktionsbündnis Sachsen-Anhalt" sowie das "Hochschulbündnis Magdeburg-Stendal". Bündnispartner*innen sind Studierenden- und Personalräte der Universitäten und Hochschulen, die Gewerkschaften ver.di und GEW sowie die Jugend- und Hochschulgruppen von Linkspartei, Grünen und SPD.

Und natürlich wehren sich auch die Rektoren gegen die Kürzungspläne. Auf Einladung des Rektors Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan fand am vergangenen Mittwoch eine Vollversammlung zur Kürzungsdebatte an der OvGU statt. 


Vor ca. 600 Zuhörern erläuterte Strackeljan im Detail, warum die Kürzungspläne objektiv überhaupt nicht machbar sind und wie wichtig der Erhalt und vor allem der weitere Ausbau der Hochschulstandorte für das Land sind. Zeitgleich lud auch der Rektor der Hochschule Magdeburg, Prof. Geiger, zu einer Vollversammlung ins Audimax im Herrenkrug.

Die Redner*innen, zu denen auch die Dekane der medizinischen und der Fakultät für WiWi gehörten, machten folgende Punkte mehr als deutlich: 
Die Unikliniken stehen nicht zur Disposition! Die Geistes-, Sozial- und Humanwissenschaften stehen nicht zur Disposition! Die Hochschulstandorte und die einzelnen Fakultäten (insb. die Mediziner) dürfen es nicht zulassen, aufgrund vermeintlicher Sachzwänge gegeneinander ausgespielt zu werden!

"Das Land lebt von den Studierenden!" betonte Strackeljan völlig zurecht. Allein wegen der demografischen Entwicklung wäre es fatal, zehntausende Studierende an Hochschulen in anderen Bundesländern zu verlieren.

Scheinbar hat unsere Landesregierung jedoch eine andere Vision für die Zukunft: Ein Land ohne Menschen. Wer so zerstörend "sparen" will, beseitigt jegliche Möglichkeiten für die Menschen, sich hier wohl zu fühlen. Die Ärztequote ist schon jetzt katasthrophal, aber man will eine Uni-Klinik verkaufen. Das Land überaltert, aber junge Studierende will man hier auch nicht haben. Kultur kürzen, aber Magdeburg will Kulturhauptstadt werden. Im Ernst?

Kaputtsparen ist die einzige Antwort auf die Folgen von Fehlentscheidungen und Krise. Während in Berlin mindestens 500 Millionen für durchgefallene Drohnen zum Fenster rausgeschmissen werden, soll Sachsen-Anhalts Zukunft in jährlichen 5-Millionen-Schritten zurückgebaut werden. Das macht keinen Sinn!

Die Demos in Halle haben gezeigt, dass sich etwas bewegen lässt. MP Haseloff ist bei den Unikliniken schon zurückgerudert. Finanzminister Bullerjahn hält jedoch stur an seinem Kürzungsfetisch fest. Mit jedem neuen Interview beweist der Minister, dass er überhaupt nicht begreift, welch irreparablen Schäden seine Pläne in Sachsen-Anhalt anrichten würden.

Deswegen: Kommt am Mittwoch auf den Domplatz! Sagt Freunden und Bekannten Bescheid und erklärt ihnen, warum der Protest so wichtig ist!

Wir müssen viele sein und wir müssen laut sein - damit uns auch der letzte Sturkopf nicht mehr übersehen und überhören kann
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Magdeburg ist Wissenschaftsstandort:
Otto-von-Guericke-Universität, Universitätsmedizin, Hochschule Magdeburg-Stendal, Max-Planck-Institut, Fraunhofer-Institut, Leibniz-Institut für Neurobiologie, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen sorgen mit großer Unterstützung der Stadt für neue, innovative Ideen und Technologien in der Industrie, den mittelständischen Unternehmen und im Gesundheitswesen. Magdeburg ist ohne Wissenschaft nicht vorstellbar!

Mit den von der Landesregierung geplanten drastischen Kürzungen im Hochschulbereich kann eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt werden, die Sachsen-Anhalt und Magdeburg im Bereich Forschung, Entwicklung und Lehre unattraktiv macht und dauerschaft schwächt.

Die vorgesehene Reduzierung des Hochschulbudgets und die angestrebte Reduzierung der Studierendenzahlen wären ein schwerer Schlag für die regionale Wirtschaft und Kultur.

Überall in Europa ist man sich bewusst, dass es nur eine Chance im weltweiten Wettbewerb gibt, wenn in Forschung und Bildung investiert wird. In Sachsen-Anhalt wollen der Ministerpräsident und der Finanzminister in eine völlig falsche Richtung gehen und ausgerechnet bei den Universitäten, Hochschulen und der Universitätsmedizin sparen.

Deshalb...

...erwarten wir vom Land Sachsen-Anhalt eine angemessene Finanzierung für Forschung und Lehre für Universität, Hochschule und Universitätsmedizin.

...muss Magdeburg ein attraktiver Wissenschaftsstandort einschließlich einer modernen Universitätsmedizin bleiben. Die Kürzungen sind nicht hinnehmbar und müssen im Sinne der nachhaltigen Zukunftsgestaltung der Region Magdeburg verhindert werden.

...gehen wir gemeinsam auf die Straße!

Ziel 14:00 Uhr auf dem Domplatz
Start 13:00 Uhr Universitätsplatz oder wahlweise
12:20 Uhr Universitätsklinikum

Dr. Lutz Trümper, OB der Stadt Magdeburg
Prof. Dr. Hermann-Josef Rothkötter, Dekan der Medizinischen Fakultät
Dr. Jan L. Hülsemann, Ärztlicher Direktor, Uniklinikum A.ö.R.
Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Rektor der OVGU
Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal
Die Personalräte
Die Studierendenschaft

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