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Trotz kurzfristiger Mobilisierung nahmen über 500 Menschen teil |
Es
bewegt sich was. Bereits am heutigen Tag versammelten sich etwa 500
Menschen auf dem Mensavorplatz der Otto-von-Guericke-Universität,
um in einem ersten Anlauf gegen die Kürzungsvorhaben der
sachsen-anhaltischen Landesregierung zu protestieren. An der
kurzfristig einberufenen Kundgebung nahmen u.a. auch der Rektor
der Universität Strackeljahn sowie die LINKEn-Spitzenkandidatin
zur Bundestagswahl, Petra Sitte, teil. Strackeljahn fand
eindringliche Worte, in denen er deutlich machte, dass es mit ihm
keine Kürzungen geben würde, da schlicht keinerlei
Kürzungsspielraum vorhanden sei. Auch betonte er, dass mit Birgitta
Wolff "eine von uns" unverständlicherweise entlassen
worden sei. Beim Nachfolger Möllring sei klar, dass dieser nicht aus
dem Wissenschaftsbereich sei. Dennoch, so Strackeljahn, habe er die
Hoffnung, dass "Möllrings Lernkurve" stetig ansteige.
Petra Sitte, Mitglied des Wissenschaftsausschusses des Deutschen
Bundestages, ging in ihrer kurzen Rede am offenen Mikrofon auf den
Zusammenhang von Sparumfang und Auswirkung ein: "Wer an der
Bildung sparen möchte, sollte wissen, dass nichts so teuer ist wie
Nicht-Bildung".
Vertreter*innen
der verschiedenen Fachschaften und des Sturas wiesen darauf hin, dass
diese kurze Kundgebung nur der Anfang sein könne. Am morgigen
Dienstag mobilisiert ein am Samstag gegründetes Aktionsbündnis
in Halle zu einer Großdemonstration, die 14 Uhr auf dem
Universitätsplatz starten soll. Ende Mai soll es dann auch in
Magdeburg eine Großdemonstration vor dem Landtag geben. Die
Hochschulgruppe des SDS.Die Linke Magdeburg unterstützt den
Widerstand gegen diese kurzsichtigen Sparvorhaben und wird sich
aktiv in die Bündnisarbeit einbringen. Robert Fietzke,
Pressesprecher der Hochschulgruppe des SDS, erklärt hierzu: "Ein
Bundesland, aus dem so viele junge Menschen abwandern, kann es sich
nicht leisten, auch noch die zahlreichen heimischen und auswärtigen
Student*innen zu verlieren. Die Widersinnigkeit zwischen dem
politischen Anspruch, Investitionen in Bildung und Forschung tätigen
zu wollen und gleichzeitig eine Austeritätspolitik an den Tag zu
legen, die jedweden Sachverstand vermissen lässt, ist fast schon
nicht mehr zu begreifen. Ein solch radikaler Einschnitt in die
Hochschullandschaft Sachsen-Anhalts hat nahezu suizidale Dimensionen,
wenn wir uns beispielsweise vorstellen, was dabei allein an
gesellschaftlichem, kulturellem und ökonomischen Potential wegfiele.
Die Innenstädte Halles und Magdeburgs sind ohne die vielen jungen
Menschen, die nach Sachsen-Anhalt kommen, um ein Studium aufzunehmen,
schlichtweg nicht vorstellbar!"
In
den nächsten Tagen und Wochen wird sich der Widerstand in allen
Hochschulstädten auf noch breitere Füße stellen. Überall gründen
sich derzeit Aktionsbündnisse. Auch der akademische Mittelbau, allen
voran die vielen Mitarbeiter*innen der medizinischen Fakultäten, die
davon betroffen sind, ist in Bewegung. "Umso notwendiger ist es,
sich keinesfalls von der Landesregierung instrumentalisieren zu
lassen. Alle Beteiligten, alle Akteur*innen alle Betroffenen,
müssen solidarisch miteinander umgehen und frei von
Lokalegoismen gegen diese Sparvorhaben als Ganzes vorgehen. Egal,
welche Fakultät in welcher Stadt betroffen ist, es ist jede*r
Einzelne betroffen und gemeint. Nur wenn sich der Protest auf breite
gesellschaftliche Schultern verteilt, kann genügend Druck auf die
Landesregierung entfaltet werden!", schlussfolgert Fietzke.
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