Montag, 4. März 2013

Zu den Tarifauseinandersetzungen im Öffentlichen Dienst und im Bildungsbereich: Für 6,5 Prozent mehr Gehalt für Lehrkräfte!

Lehrerinnen und Lehrern werden immer größere Anstrengungen abverlangt, um das Bildungsniveau junger Menschen zu verbessern: Sie müssen ihnen nicht nur fachliches Wissen vermitteln, sondern auch ihr Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl stärken. Lehrer_innen sind nicht nur Wissensvermittler_innen mit Bildungsauftrag, sondern auch Pädagog_innen mit einem Erziehungsauftrag. Und wenn sich die Kinder nicht so entwickeln, wie sie es nach Meinung der Eltern und / oder Politiker sollen, wird gern den Lehrkräften die Schuld gegeben.


Es ist nun Zeit, diese Leistungen durch gesellschaftliche Wertschätzung und durch eine angemessene Bezahlung anzuerkennen. Daher unterstützen wir die Forderung der GEW und ver.di nach einer 6,5%-igen Lohnsteigerung. Besonders die unterschiedliche Bezahlung von Lehrkräften in den Bundesländern muss endlich überwunden werden. Mehr als 20 Jahre nach der Einheit gibt es keinen Grund mehr, das Ost-West-Gehaltsgefälle aufrechtzuerhalten. Keine Lehrerin und kein Lehrer in Magdeburg leistet schlechtere Arbeit als die Kolleg_innen in Hannover.



Doch es kann nicht bei einer bloßen Lohnsteigerung bleiben: Die Industrie klagt immer öfter über "nicht ausbildungsfähige Jugendliche" und die Hattie-Studie deutet darauf hin, dass die Lehrerin oder der Lehrer einen noch stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler hat als strukturelle Gegebenheiten wie Klassengröße oder technische Ausstattung der Schule. An den Lehrern hängt also die Hauptlast. Strukturelle Maßnahmen sind aber dazu da, um Lehrerinnen und Lehreren ihre anspruchsvolle Arbeit nicht noch schwerer zu machen.

Die Ausbildung an den Hochschulen muss endlich verbessert werden, um den kommenden Aufgaben gewachsen zu sein. Diese ausgebildeten Pädagog_innen müssen dann aber auch eingestellt werden. Die Pläne der Landesregierung zum Personalabbau sind hier kontraproduktiv und werden die Probleme an den Schulen noch verschärfen.

Zudem muss endlich die Schulsozialarbeit an allen Schulen verpflichtend gemacht werden, um die Lehrkräfte zu unterstützen und zu entlasten. Schulsozialarbeiter_innen zeigen Schülerinnen und Schülern Wege auf, um Ursachen, die ihnen das Lernen in der Schule erschweren, zu begegnen: Mobbing, gesundheitliche und familiäre Belastungen oder Versagensangst sind hier nur einige Beispiele aus der komplexen Lebenswelt von jungen Menschen. Wenn hier nicht professionell agiert wird, besteht die Gefahr, dass viele Kinder von ihrem „Sorgenrucksack“ erdrückt werden. Die Möglichkeiten zur freien Entfaltung bleiben dabei auf der Strecke.

Nur so können die anfallenden Aufgaben gemeinsam gelöst werden. Damit hätten im schulischen Bereich alle Kinder bessere Chancen und Perspektiven.

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