Dienstag, 5. März 2013

… als Nachbarn verschwanden. Ohne Wort, ohne Gruß.

An dieser Stelle dokumentieren wir eine Veranstaltungsankündigung des Landesjugendwerks der AWO:

Über 1000 Magdeburger Jüdinnen und Juden wurden bis zum Ende des zweiten Weltkieges aus Magdeburg deportiert. Allein bei den Deportationen am 18. und 25. November und am 2. Dezember 1942 wurden 235 jüdische Bürgerinnen und Bürgern aus Magdeburg nach Theresienstadt deportiert, nur 18 kamen zurück.

Unter den Deportierten waren auch bekannte Magdeburger wie der Arzt Dr. Otto Schlein, der 1936 mit seiner Familie über Polen nach Amsterdam flüchtete, dort jedoch nach dem Einmarsch der Deutschen zunächst nach Westerbork, später nach Theresienstadt deportiert wird. Von Theresienstadt werden er, seine Frau und seine Tochter in drei getrennten Transporten nach Auschwitz deportiert. Überlebt hat keiner, auch viele andere aus der Familie nicht. Bei seinem Tode ist Dr. Otto Schlein 49 Jahre alt, seine Frau Anni 41, seine Tochter Vera 17 Jahre. Auschwitz liegt nicht einmal 50 km von Laurahütte, seinem Geburtsort, entfernt.


Waltraut Zachhuber hat im Zusammenhang mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Stolperstein-Aktion zahlreiches Material über jüdische Bürgerinnen und Bürger aus Magdeburg zusammengetragen und umfangreiche Recherchen dazu durchgeführt.
In ihrem Vortag wird sie ausführlich über die Deportationen aus Magdeburg nach Theresienstadt berichten.

Termin: 05. März 2013, 17-19 Uhr

Ort: Landesjugendwerk der AWO, Schönebecker Straße 82-84,
39104 Magdeburg-Buckau

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Gedenktafel Theresienstadt und dem Landesjugendwerk der AWO.

Die Initiative Gedenktafel Theresienstadt ist ein Zusammenschluss überwiegend junger Menschen aus Magdeburg und entstand nach einer Gedenkstättenfahrt des Landesjugendwerkes der AWO nach Theresienstadt und Prag. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, der Magedburger Jüdinnen und Juden zu gedenken, die nach Theresienstadt deportiert wurden. Dazu soll im Kolumbarium in der großen Festung in Thersienstadt eine Gedenktafel angebracht werden.
Oberbürgermeister Dr. Trümper unterstützt die Initiative und hat die Schirmherrschaft für dieses Vorhaben übernommen. Die Stadt Magdeburg hat dafür ein Spendenkonto eingerichtet, auf das alle, die dieses Vorhaben unterstützen möchten, Spenden überweisen können:

Kto.: 14 000 101
BLZ.: 810 532 72 bei der Stadtsparkasse Magdeburg
Verwendungszweck: Spende Gedenktafel Theresienstadt

Die Tafel soll Anfang September 2013 angebracht und eingeweiht werden.

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