Donnerstag, 16. April 2015

Vom Flügel stutzen und assimilieren

Das offizielle Logo der Kampagne
Manchmal, nein immer, lohnt es sich, genau hinzuhören und hinzuschauen, besonders, wenn es um das Thema "Integration und Zuwanderung" geht. Seit einer ganzen Weile läuft sie nun schon, die Einbürgerungskampagne der Landesregierung. Schirmherr ist Innenminister Holger Stahlknecht, der sie vor zwei Jahren mit vollmundig-blumigen Worten startete:  

„Wir brauchen in Sachsen-Anhalt eine Willkommens- und Begegnungskultur. Menschen mit ausländischen Wurzeln, die zum Teil schon lange bei uns leben, müssen unsere Wertschätzung erfahren. Sie sollen das Gefühl  haben, dass sie in Sachsen-Anhalt anerkannt und willkommen sind. Das ist mir ein Herzensanliegen“ 

Ein "Herzensanliegen"! Das klingt doch erstmal toll, oder? Schaut man sich auf der Kampagnen-Webseite um, so begegnen einem neben einem nett drein lächelnden Innenminister noch allerhand nützliche Informationen rund um das Thema "Einbürgerung" - und ein offizielles Kampagnenlogo, das zum Download empfohlen wird. Und dieses Logo hat es in sich, verrät es doch mehr über den kruden Integrationsbegriff der handelnden Akteure als alles andere, was dort an Informationen zu finden ist.


Freitag, 10. April 2015

Aktivist*innen besetzten die SPD-Landesgeschäftsstelle - Asylunrecht stoppen!

Wir dokumentieren hier eine Pressemitteilung von Aktivist*innen, die seit heute morgen die SPD-Landesgeschäftsstelle in Magdeburg besetzt halten, um auf die drohenden Asylrechtsverschärfungen aufmerksam zu machen.

In ca. zwei Monaten soll die grundlegende Verschärfung des neuen Asylgesetzes verabschiedet werden! Die Große Koalition brachte letztes Jahr den Entwurf der neuen Asylgesetzgebung vor. Damit ist der Weg geebnet für eine weitere Gesetzesverschärfung und somit eine Ausweitung repressiver Maßnahmen gegen Geflüchtete und Asylsuchende. 

Im Juni 2015 soll dieses Gesetz dann in Kraft treten. In Zukunft sollen Maßnahmen wie die Anordnung von Abschiebehaft, das Erlassen des Einreise-und Aufenthaltsverbots sowie die Ausführung von Abschiebungen schneller, härter und konsequenter vonstattengehen. Zur gängigen Praxis soll die erschreckend starke Ausweitung der Abschiebehaft werden. So heißt es z.B. in dem Gesetzesentwurf, dass Geflüchtete in Haft genommen werden können, wenn sie Identitätspapiere vernichtet, „eindeutig unstimmige oder falsche Angaben gemacht“ oder zu ihrer „unerlaubten Einreise erhebliche Geldbeträge für einen Schleuser aufgewandt“ haben.

Freitag, 20. März 2015

Griechenland, SYRIZA und Widerstand von unten

In der kommenden Woche finden zwei interessante Veranstaltungen zu Griechenland, SYRIZA und der politischen Situation im Land und Europa nach der Wahl statt, auf die wir hier gerne hinweisen möchten. Solidarity4All! 
1. Politikwechsel mit Syriza - Griechenland nach der Wahl
24.03. Dienstag 18.00 Uhr I Vortrag und Diskussion
mit Dominic Heilig (DIE LINKE), Politikwissenschaftler, Journalist, Berlin
im RLS Seminarraum, Ebendorfer Str.4, 39108 Magdeburg


Mittwoch, 4. März 2015

Frauen*kampftag 2015

Der März 2015 wird kämpferisch! Am Internationalen Frauen*tag 2015 werden nicht nur Rosen verteilt und Grüße versendet, sondern der 08. März wird wieder zu einem Frauen*kampftag erhoben.und wie im letzten Jahr wird eine kämpferische Demo in Berlin und zahlreiche dezentrale Veranstaltungen und Events geben! 

Feministische Kämpfe verbinden!
 
Der internationale Frauen*kampftag steht für das Ringen um rechtliche, politische, wirtschaftliche und kulturelle Gleichstellung, sowie für Teilhabe und für ein selbstbestimmtes Leben frei von Diskriminierung und Gewalt. Mehr als 100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauen*kampftag haben wir noch allen Grund am 8. März auf die Straße zu gehen. Erwartungen, Stereotype und Normen zwängen uns alltäglich in geschlechtsspezifische Rollen, werten Weiblichkeit ab und Männlichkeit auf. Über die Kategorie Geschlecht wird politische und gesellschaftliche Macht ungleich verteilt und Menschen systematisch ungleich behandelt. 

Aufruf, Anreise, Materialbestellung und alle weiteren Infos: http://www.frauenkampftag2015.de/

Samstag, 28. Februar 2015

Gedenken an die verfolgten und ermordeten Sinti und Roma

Am morgigen Sonntag jährt sich die Deportation der Magdeburger Sinti und Roma zum 80. Mal. Wir möchten dazu aufrufen, sich der Gedenkveranstaltung des Bündnis gegen Rechts anzuschließen und dokumentieren hier den Aufruf:

Am 4. März jährt sich zum 80. Mal der Beschluss der Stadt zur Einrichtung des sogenannten Zigeunerlagers am Holzweg. Dort mussten alle Sinti und Roma aus der Region Magdeburg unter widrigen Lebensumständen wohnen. Am 1. März 1943 wurde das Lager aufgelöst, seine Bewohner_innen nach Auschwitz deportiert und 340 von ihnen ermordet. Ihrer gedenkt das Bündnis gegen Rechts am Sonntag, den 1. März, um 16 Uhr an der Namensstele beim Florapark (Olvenstedter Graseweg).

Zum Hintergrund
Am 1. März 1943 wird das „Zigeunerlager“ Magdeburg in einer gemeinsamen Aktion von Gestapo und Polizei aufgelöst. Sämtliche Bewohner_innen werden verhaftet und mit 10 bis 15 Lastwagen zum Magdeburger Polizeipräsidium gebracht. Einige Sinti und Roma, die nicht im Lager gelebt haben, werden von der Polizei gewaltsam aus ihren Wohnungen gezerrt und ebenfalls im Polizeipräsidium inhaftiert. Tags darauf werden die Inhaftierten nach dem Eintreffen weiterer Sinti und Roma aus der Region vom Güterbahnhof mit dem Zug nach Auschwitz deportiert. Von 470 Deportierten überleben 340 den Holocaust nicht. 

(Quelle: Gedenkjahr Magdeburg)

Montag, 26. Januar 2015

Filmabend anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz

Dienstag, 27. Januar 2015
19:30 Uhr im Café Central

Zug des Lebens
F/R/NL/BE 1998, Regie: Radu Mihaileanu

1941. Ein kleines jüdisches Städtchen irgendwo im Osten Europas. Der Dorfnarr Schlomo überbringt den Bewohnern schlimme Nachrichten: die deutsche Wehrmacht stehe bereits im Nachbarort, die jüdische Bevölkerung werde deportiert. Noch am selben Abend ruft der Rabbi den Rat der Weisen zusammen und man berät was zu tun ist. Ausgerechnet Schlomo hat eine rettende Idee: die Selbstdeportation. Die Gemeinde kauft einen Zug, zwanzig Männer kleiden sich in deutsche Uniformen und lernen die deutsche Sprache. Eines Nachts kann sich der Zug mit allen Dorfbewohnern in Bewegung setzen, bewacht von den falschen SS-Männern. Das Ziel heißt jedoch nicht Auschwitz, sondern Palästina. [1]


Autorenfilmer Radu Mihaileanu ist mit ‚Zug des Lebens‘ das Kunststück gelungen, die schreckliche Thematik der Judenvernichtung in einem intelligenten, sensiblen und dabei oft brüllend komischen ‚Rail-Movie‘ zu verarbeiten. Den Vergleich mit Roberto Benignis Film ‚Das Leben ist schön‘ braucht der ‚Zug des Lebens‘ nicht zu scheuen. (Das Erste)

Der Eintritt ist frei. Veganes Catering von KSK gegen Spende wird angeboten.


[1] Institut für Kino und Filmkultur