Montag, 7. Mai 2012

Die Qual der Wahl - Entscheidungsträchtiger Abend in Deutschland und Europa

Bildquelle: Alexander Hauk / pixelio.de
Pressemitteilung via Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt

In Schleswig-Holstein zeichnet sich ein knapper Wahlsieg der CDU mit ca. 30,5% vor der SPD ab, die auf 30% der Stimmen kommt. Die Grünen erreichen mit 13% ihr bestes Wahlergebnis, FDP und Piraten kommen auf etwa 8%. Für DIE LINKE ist das ein enttäuschender Abend. Mit etwa 2,5% fliegt sie aus dem Landtag und geht nun in die außerparlamentarische Opposition. "Für die Westausdehnung der Partei ist das ein weiterer herber Rückschlag. Nun ist es am Landesverband Nordrhein-Westfalen, den Negativtrend zu stoppen und die gute Arbeit im Düsseldorfer Landtag mit dem Sprung über die 5%-Hürde zu belohnen. Ich bin aber davon überzeugt, dass DIE LINKE auch in Schleswig-Holstein wiederkommen wird." kommentierte Landesjugendkoordinator Robert Fietzke das Abschneiden der Linkspartei.

In krassem Gegensatz dazu steht das Wahlergebnis der Kandidat*innen der Thüringer LINKEn bei den zahlreichen Stichwahlen um die Landrats- und Bürgermeister*innenämter. Petra Enders wird mit großem Vorsprung Landrätin im Ilm-Kreis, Michaele Sojka konnte sich erst nach Auszählung des letzten Wahllokals sicher sein, nun Landrätin im Altenburger Land zu sein. Birgit Keller setzte sich zeitgleich in Nordhausen durch. In Eisenach gewann derweil Katja Wolf und darf nun als Oberbürgermeisterin die Geschicke dieser geschichtsträchtigen Stadt lenken. Katja Nissen holte den Sieg in Kahla, Frank Fiebig und Karl Koch wurden jeweils wiedergewählt. "Wir gratulieren den Gewählten ganz herzlich und wünschen ihnen viel Schaffenskraft in ihren neuen Ämtern! DIE LINKE Thüringen hat gezeigt, dass gute linke Kommunalpolitik, die zusammen mit den Menschen gemacht wird und ihre Ängste und Sorgen ernst nimmt, auch angenommen und belohnt wird." äußerte sich Fietzke am Wahlabend.

Kurz nach der Schließung der Wahllokale in Frankreich steht fest: die Republik hat einen neuen Präsidenten. Francois Hollande setzte sich klar gegen Amtsinhaber Nicolas Sarkozy durch. Für Merkozys Spardiktat in Europa ist es das Aus. Wir begrüßen die Abwahl des nun Ex-Präsidenten Sarkozy, der in den letzten Monaten auf üble Art und Weise am rechten Rand auf Stimmenfang ging, indem er sich in rechtspopulistischen, antiziganistischen und migrant*innenfeindlichen Parolen erging. Für Europa ist das ein gutes Ergebnis, heißt es doch vermutlich Gegenwind für die rigide Austeritätspolitik, die im Wesentlichen vom Zweiergespann Merkel und Sarkozy getragen worden ist. Hollande steht für Konjunkturprogramme und wird hoffentlich zu seinem Wahlversprechen einer 75%igen Reichensteuer stehen. Diese radikalen Forderungen sind dem linken Kandidaten Jean-Luc Melénchon zu verdanken, welcher auf 11,1% der Stimmen kam und wichtigen Druck von links brachte. Hollande hat auch dessen Wähler*innen zu verdanken, jetzt in den Elysée-Palast ziehen zu dürfen.

In Griechenland wurden die „etablierten Parteien“ regelrecht abgestraft. Die konservative Partei Nea Demokratia (ND) ist mit nur 18,5% der Stimmen Wahlsiegerin, die sozialdemokratische Pasok-Partei fährt herbe Verluste ein und erhält zwischen 13 und 17%. Bedrohlich  ist dabei jedoch das Abschneiden der Neonazis: „Die goldene Morgenröte“ zieht  vermutlich mit über 6% in das griechische Parlament ein. Aber besonders erfreulich aus unserer Sicht ist das gute Abschneiden des Linksbündnisses Syriza. Syriza ist nach neuesten Hochrechnungen sogar zweitstärkste Kraft und liegt mit etwa 17% nur knapp hinter ND. Die kommunistische Partei KKE erhält etwa 8%. Auch die Demokratische Linke (DA) konnte mit etwa 6% ein gutes Ergebnis verbuchen. Insgesamt kommen die antikapitalistischen Parteien in Griechenland damit zusammen auf etwa 30% der Wähler*innenstimmen. "Ein deutliches Zeichen", meint auch Anne Geschonneck, Landessprecherin der Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt."Diese Wahl  zeigt, dass die Sparpolitik der Troika prekäre Auswirkungen auf die  Lebensbedingungen der Menschen in Griechenland hat und sich die Menschen  das nicht länger bieten lassen." so Geschonneck weiter.  Während sämtliche Leitmedien hierzulande bereits titeln, der Sparkurs sei in Gefahr und wir uns fragen, was daran schlimm ist, gratulieren wir den Griech*innen zu einem aus linker Sicht guten Wahlergebnis.  Sie haben erkannt, dass der Kreislauf aus Spardiktaten, Kürzungsprogrammen und der daraus resultierenden sinkenden Kaufkraft fatalistisch ist und das Land weiter in den Abgrund stürzen wird. Die Griech*innen haben deutlich gemacht: Sie sind der Souverän, nicht die Troika aus EZB, IWF und Europäischer Kommission.

Sonntag, 6. Mai 2012

Rechte Umtriebe in Sachsen-Anhalt - 15 Fälle in drei Wochen

Linksjugend ['solid] Sachsen-Anhalt


Mittlerweile ist es schon eine bittere Normalität, dass mensch nahezu jeden Tag von Nazi-Überfällen in Sachsen-Anhalt lesen muss. Allein in den letzten drei Wochen gab es etwa 15 rassistische Übergriffe, Propagandadelikte und andere rechte Umtriebe. Zuletzt sah sich die Einrichtung „Vereinigte Linke Ludwigstraße“ in Halle einem Buttersäureangriff ausgesetzt, der am selbigen Tag auch in mehreren Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern stattfand und demnach eine koordinierte Aktion gewesen sein muss. 

Es wirkt schon fast so, als ob das Aufdecken der NSU-Verbrechen nicht das Ende, sondern der Auftakt einer erhöhten Aktivität von Neonazis war. Auch wenn sich danach erst mal alle versicherten, endlich etwas gegen den brauen Dreck zu tun, so hat dies noch nicht zu den entsprechenden Konsequenzen geführt.

„Frau Schröder kämpft lieber gegen die Emanzipation und dafür, dass ihre Parteijugendfreunde zum Saufen nach Berlin fahren können, als dass sie sich um diese gesellschaftliche Tendenz kümmern würde.“ sagt Marcel Wiebach, jugendpolitischer Sprecher Die LINKE. Sachsen-Anhalt. Weiterhin führt er aus: „Nicht nur, dass sie nichts macht, nein sie bekämpft auch noch antifaschistischen Widerstand mit ihrer Extremismus-Klausel, auch wenn diese mittlerweile von Gerichten kassiert wurde. Aber auch der Bundesinnenminister Friedrich sieht das Problem eher im Islam, als gegen Nazis vorzugehen.“ Von Landesinnenminister Stahlknecht erwartet er, „dass er seinen großen Ankündigungen endlich Taten folgen lässt und die Polizei die Täter fasst und die Opfer schützt.“  

Auch die Solidarität mit den Opfern ist wichtig. Gerade bei den unzähligen Überfällen auf Gaststätten und Imbisse ist es wichtig, dass sich die Zivilgesellschaft solidarisch zeigt und weiterhin bzw. gerade deswegen dort essen geht. Ein zweites Mücheln, wo der Imbissbesitzer nach einem schweren Naziangriff aufgeben musste, darf es nicht geben, denn gerade diese Erfolge führen dazu, dass Nazis ermutigt werden, solche Gewaltakte zu wiederholen, wie zuletzt in Burg, Bad Schmiedeberg und Lützen geschehen. 

Landesjugendkoordinator Robert Fietzke kritisiert daran anknüpfend scharf :"Es kann nicht sein, dass 20 Jahre nach Torsten Lamprechts Tod wieder alles beim Alten zu sein scheint. Muss es denn erst wieder Tote geben, damit die Politik aufwacht und handelt? Angesichts der mahnenden Geschichte des jungen "Lampe", der sein Leben noch vor sich hatte und von Nazis totgeprügelt wurde, fordern wir, dass die Landesregierung endlich aktiv wird und schlüssige Maßnahmen tätigt, um der Lage gerecht zu werden! Es kann nicht angehen, dass Sachsen-Anhalt eine No-Go-Area für Migrant*innen ist und anders aussehende Menschen ihres Lebens fürchten müssen oder ihrer Existenz beraubt werden." Der Punker Lamprecht wurde am 9. Mai 1992 so schwer verletzt, dass er zwei Tage später, am 11. Mai, seinen Verletzungen erlag. In Magdeburg gibt es ab 16.00 Uhr eine Kranzniederlegung an seinem Grab (Nordfriedhof). 

Eine ausführliche Chronik der letzten Ereignisse gibt es hier: http://linke-jugend-md.blogspot.de/2012/05/nazis-auf-dem-vormarsch-in-sachsen.html

Freitag, 4. Mai 2012

Veranstaltung: Was macht eigentlich...Griechenland? Südeuropa am Abgrund

-Podiumsdiskussion und Mobi-Veranstaltung zu Blockupy Frankfurt!-
[mit Kostis Benning, griechischer Aktivist von der TU Athen]


Datum: 09. Mai
Zeit: ab 19.00 Uhr
Ort: Otto-von-Guericke-Universi​tät Magdeburg, Gebäude 50, Große Steinernetischstraße, Hörsaal 3


In Europa tobt ein Kampf. Den südeuropäischen Ländern wird im Angesicht der Krise eine neoliberale Politik aufgezwungen. Sie werden genötigt, genau die Politik weiter zu betreiben, die weltweit in einen großen Krach geführt hat. Deutschland als stärkste Macht in Europa spielt bei der Entmündigung von Ländern wie Griechenland eine entscheidende Rolle.


Doch in den betroffenen Ländern gibt es Widerstand. Viele in der Bevölkerung wollen die Entdemokratisierung und die aufgezwungenen Sparmaßnahmen nicht hinnehmen. Besonders die jungen Menschen setzten sich nach Kräften und mit teilweise neuen Formen des Protestes zur Wehr.


Kostis Benning aus Athen ist zu Gast und kann uns seine hautnahe Eindrücke der momentanen Situation in Griechenland vermitteln. Seine These: Das Griechenland-Bild, welches die Medien in Europa vermitteln, ist extrem verzerrt: Denn was bedeuten die Kürzungen und Sparpakete eigentlich konkret für die Griechische Bevölkerung? Welche Widerstands- und Protestformen entwickeln sich? Besonders pikant: Kostis wird uns nur drei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen besuchen und uns wichtige Einschätzungen zu den Ergebnissen geben können.


Mit ihm diskutieren Sascha, einer unserer Aktivisten und Anne Geschonneck, Mitglied im Bundesvorstand des SDS, welche, wie wir alle, die schleichende Entdemokratisierung Europas als unmittelbar verfolgen und davon betroffen sind.


(diese Veranstaltung ist Teil einer bundesweiten Tour von spanischen, portugiesischen, italienischen und griechischen Aktivist_innen in Kooperation mit dem Studierendenverband Die Linke.SDS)


Anfahrt: http://g.co/maps/4tg34
weitere Infos: www.linke-jugend-md.blogsp​ort.de
weitere Infos zu Blockupy Frankfurt, den europäischen Aktionstagen vom 16. - 19. Mai: http://​blockupy-frankfurt.org/ & vor/nach/während der Veranstaltung

Widerstand gegen Entdemokratisierung und das Spardiktat der Troika! Kommt mit uns nach Frankfurt!




Sicherlich habt ihr schon von einer der ambitioniertesten Protestaktionen der letzten Jahre gehört: Blockupy Frankfurt. Vom 16. bis zum 19. Mai sollen vielfältige Aktionen stattfinden, um die Stadt Frankfurt am Main für ein paar Tage lahm zu legen und ein Zeichen gegen Entdemokratisierung und das Spardiktat der Troika zu setzen. Am 17. Mai geht es los mit der Besetzung zentraler Plätze und Anlagen. Es werden Zeltstädte errichtet. Am 18. Mai beginnt die Blockade der Europäischen Zentralbank. Es gibt dazu einige thematische Blockaden zu Schwerpunkten wie "Flüchtlingspolitik in Europa/Festung Europa", "Soziale Verelendung", "Militarismus der EU und innerhalb der EU" usw. Am 19. Mai soll es dann eine europäische Großdemonstration mit über 40.000 Menschen aus allen möglichen Ländern geben. Auf dieses Aktionskonzeot geeinigt haben sich vor einigen Monaten 400 Vertreter*innen zumeist linker Gruppen, aber auch der Occupy-Bewegung. Die Proteste sind europaweit und zentral in Frankfurt. Aktivist*innen aus allen möglichen Ländern werden nach Frankfurt reisen.

Nun mussten wir folgendes hören: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/massenkundgebung-gegen-finanzwelt-frankfurt-verbietet-blockupy-demonstration-1.1349269. Frankfurt möchte also eines der wichtigsten demokratischen Grundrechte, das Recht auf Versammlungsfreiheit, einschränken? Bei Nazis haben sie sich doch auch nicht so und lassen sie überall laufen, egal, welches Eskalationspotential in der jeweiligen Stadt gerade vorhanden ist? Wir lassen uns das nicht bieten und sagen: jetzt erst recht! Kommt mit uns nach Frankfurt, kämpft mit uns gegen die Verarmungspolitik in Europa, geht mit uns gegen die Entdemokratisierung der EU auf die Straße und zeigt gemeinsam mit uns, dass wir solidarisch mit all jenen im Süden Europas sind, die am stärksten unter der Sparpolitik der Technokratenregierungen leiden!

Es fahren Gruppen mit dem Zug aus Magdeburg und Halle ab. Angepeilt ist derzeit der Morgen des 17. Mai (Himmelfahrt). Übernachten werden wir in einer Zeltstadt der Linksjugend ['solid] (barrio) oder woanders, wo wir halt unterkommen. Ein Zelt wäre also nicht schlecht. Zurück geht es dann am 19. Mai. Die Fahrtkosten sind sehr günstig, wenn wir mit Quer-durchs-Land-Ticket respektive Wochenendticket fahren. Zur Zeit sind wir auch dran an Bussen aus Berlin oder Brandenburg. Es kann also gut sein, dass wir dort mitfahren können, hierzu gibt es dann noch konkrete Infos für jene, die sich bei mir melden und Interesse bekunden.



Meldet euch via jugend@dielinke-lsa.de oder 0163-7057294. Infos gibt es auch auf unserer Seite: www.linksjugend-lsa.de



Zur Einstimmung gibt es dann noch eine Infoveranstaltung in Magdeburg. Am 09. Mai wird der griechische Aktivist Kostis Benning vom Linksbündnis Syriza nicht nur etwa zu den Wahlergebnissen des 06. Mai (Parlamentswahlen) erzählen, sondern zusammen mit Anne Geschonneck (SDS-Bundesvorstandsmitglied) und dem Magdeburger Aktivisten Sascha auf die prekäre Lage in Griechenland eingehen. Den gesamten Veranstaltungstext inkl. Ortsangaben findet ihr unten.



Blockupy Frankfurt! Am 17. Mai geht's los!



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Was macht eigentlich...Griechenland? Südeuropa am Abgrund

-Podiumsdiskussion und Mobi-Veranstaltung zu Blockupy Frankfurt!-

[mit Kostis Benning, griechischer Aktivist von der TU Athen]


In Europa tobt ein Kampf. Den südeuropäischen Ländern wird im Angesicht der Krise eine neoliberale Politik aufgezwungen. Sie werden genötigt, genau die Politik weiter zu betreiben, die weltweit in einen großen Krach geführt hat. Deutschland als stärkste Macht in Europa spielt bei der Entmündigung von Ländern wie Griechenland eine entscheidende Rolle.


Doch in den betroffenen Ländern gibt es Widerstand. Viele in der Bevölkerung wollen die Entdemokratisierung und die aufgezwungenen Sparmaßnahmen nicht hinnehmen. Besonders die jungen Menschen setzten sich nach Kräften und mit teilweise neuen Formen des Protestes zur Wehr.


Kostis Benning aus Athen ist zu Gast und kann uns seine hautnahe Eindrücke der momentanen Situation in Griechenland vermitteln. Seine These: Das Griechenland-Bild, welches die Medien in Europa vermitteln, ist extrem verzerrt: Denn was bedeuten die Kürzungen und Sparpakete eigentlich konkret für die Griechische Bevölkerung? Welche Widerstands- und Protestformen entwickeln sich? Besonders pikant: Kostis wird uns nur drei Tage nach den griechischen Parlamentswahlen besuchen und uns wichtige Einschätzungen zu den Ergebnissen geben können.


Mit ihm diskutieren Sascha, einer unserer Aktivisten und Anne Geschonneck, Mitglied im Bundesvorstand des SDS, welche, wie wir alle, die schleichende Entdemokratisierung Europas als unmittelbar verfolgen und davon betroffen sind.


(diese Veranstaltung ist Teil einer bundesweiten Tour von spanischen, portugiesischen, italienischen und griechischen Aktivist_innen in Kooperation mit dem Studierendenverband Die Linke.SDS)


Datum: 09. Mai

Zeit: ab 19.00 Uhr

Ort: Otto-von-Guericke-Universi​tät Magdeburg, Gebäude 50, Große Steinernetischstraße, Hörsaal 3


Anfahrt: http://g.co/maps/4tg34

weitere Infos: www.linke-jugend-md.blogsp​ort.de

weitere Infos zu Blockupy Frankfurt, den europäischen Aktionstagen vom 16. - 19. Mai: http://​blockupy-frankfurt.org/ & vor/nach/während der Veranstaltung

Donnerstag, 3. Mai 2012

Solidarität mit Regisseur Wilfried Huismann

-Pressemitteilung-

Linksjugend ['solid] Magdeburg & SDS.Die Linke Magdeburg 
Magdeburg, 03. Mai 2012


Wilfried Huismann - Bremer Filmemacher, Autor und dreifacher Grimme-Preis-Träger – liefert sich derzeit eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem World Wide Fund For Nature (WWF). Hintergrund ist die neueste Dokumentation Huismanns, „Der Pakt mit dem Panda“, in der er die Politik des WWF massiv kritisiert und diesem Öko-Konzern Vorwürfe von Greenwashing, Förderung von Biosprit in Zeiten globalen Hungers und der Begünstigung von Gentechnik macht. 

Noch am 11.04.2012 haben wir, Linksjugend [‘solid] & SDS.Die Linke Magdeburg, im Rahmen unserer Filmreihe „World Cinema“ diesen Film einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert und anschließend mit dem anwesenden Wilfried Huismann eine informative Diskussionsrunde veranstaltet. Nur acht Tage später wäre uns dieses verboten gewesen. Seit dem 19.04.2012 hat der WWF eine einstweilige Verfügung vor dem Landgericht Köln durchgesetzt, welche weitere Vorführungen verbietet. 

Der WWF beruft sich auf unleugbare „Fakten“, die nach ihrer Ansicht von Huismann ignoriert oder gleich ganz falsch dargestellt worden seien. Da Fakten in ihrer Wahrnehmung immer eine Frage der Interpretation bleiben, wollen wir uns dazu nicht weiter äußern. 

„Die Art und Weise jedoch, wie die Führung des WWF reagiert, ist bezeichnend“, erklärt hierzu Mike Rufon für Linksjugend [‘solid] & SDS.Die Linke Magdeburg. „Statt sich ernsthaft mit den Vorwürfen auseinanderzusetzen, die ja auch von anderen Umweltschutzorganisationen gegen den WWF erhoben werden, die eigene Projektpraxis zu überprüfen und ggf. zu ändern, fürchtet der WWF scheinbar vor allem um seine Einnahmen und führt spitzfindige Argumente an, um Kritik an der eigenen Arbeit mundtot zu machen. Damit verhält er sich, so schade das bei den grundsätzlich guten Zielen auch sein mag, nicht anders als privatwirtschaftliche Großkonzerne. Wir solidarisieren uns mit Wilfried Huismann und wünschen ihm viel Erfolg beim weiteren Fortgang der Prozesse.“

Mittwoch, 2. Mai 2012

Nazis auf dem Vormarsch in Sachsen-Anhalt? Neun Nazi-Übergriffe in den letzten drei Wochen

(rf) Derzeit erreichen uns nahezu täglich Meldungen von rechten Übergriffen und Gewalttaten in Sachsen-Anhalt. Seit Mitte April, also in einem Zeitraum von nicht einmal drei Wochen, zählten wir insgesamt neun Übergriffe und Propagandadelikte von Neonazis. Die jeweiligen Vorkommnisse werden dabei aber selten in ein Verhältnis zueinander gesetzt. So ist meistens entweder von Einzelfällen die Rede oder Zusammenhänge werden erst gar nicht hergestellt. Auch am Bewusstsein, dass es sich hierbei um eine enorme Häufung neonazistischer und fremdenfeindlicher Straftaten handelt, mangelt es. Wie akut und bedrohlich die Lage momentan ist, wollen wir in diesem Beitrag ausführen.

Chronik der letzten Übergriffe

Magdeburg
Am 13. April beleidigt ein betrunkener 55-jähriger eine Ivorerin. Als er mit einer Bierflasche nach ihr schwingt, greift ein Fahrgast ein und kann die Situation entschärfen. 
Am selbigen Tag zeigt ein 26-jähriger Mann einem 15-jährigen dunkelhäutigen Schüler den Hitlergruß und bedeutet ihm mit einer Geste, den Hals abschneiden zu wollen. Ein Kumpel des Nazis, der den Schüler tätlich angreifen will, kann rechtzeitig von couragierten Passant*innen gestoppt werden. (Quelle: http://url9.de/kdL)

Bad Schmiedeberg
13. April: In einem Restaurant zeigt ein junger Mann den Hitlergruß. Als der 40-jährige asiatische Restaurantbesitzer ihn und seinen Kumpel zur Rede stellt, wird auf ihn eingedroschen. Der Restaurantbetreiber erleidet leichte Verletzungen. (Quelle: http://url9.de/kdL)

Burg
Am 25. April verwüsten Nazis ein Restaurant, welches von zwei Männern libanesischen und kuwaitischen Ursprungs betrieben wird. Des Weiteren sprühen die Täter Nazi-Zahlenkombinationen und "Raus"-Inschriften an die Wände. Zuvor seien bereits des Öfteren Tomaten und Eier an die Fensterscheibe geflogen oder eimerweise Zigarettenkippen vor dem Laden ausgekippt worden. Ein paar Tage vorher, um den Geburtstag Adolf Hitlers herum, gab es bereits etliche Propagandelikte. Insbesondere in der Südstadt seien zahlreiche Hakenkreuze, Hitler-Portraits und Nazi-Parolen gesprüht worden. (Quelle: http://www.volksstimme.de/nachrichten/lokal/burg/811221_Restaurantbetreiber-wollen-nicht-aufgeben.html)

Halle (Saale)
Am 20. April schlagen sechs Nazis einen 22-jährigen jungen Mann mit geistiger Behinderung zusammen. Zuvor verfolgen und jagen sie ihn und seinen Freund, der ihm zur Hilfe eilt. Nach brutalen Gewalteinwirkungen und Tritten zeigen die Täter den Hitlergruß und rauben beide Opfer aus. Entwendet wird ein Handy, Bargeld und eine Jacke (Quelle: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1335077383496)

Lützen
Am 29. April betreten zwei Deutsche ein Restaurant in Lützen. Dort beschimpfen sie den 39-jährigen Besitzer, der aserbaidschanische Wurzeln hat, und beleidigen ihn rassistisch. Der Mann und die Frau drohen dem Besitzer sowie seinem Landsmann und verlassen daraufhin das Lokal. (Quelle: http://url9.de/kdO)

Eisleben
Am 30. April greifen drei Nazis eine 10-köpfige syrische Familie auf dem Volksfest "Eisleber Frühlingswiese" an und verletzen dabei einen 32-jährigen Syrer so stark, dass er mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden muss. Weitere fünf Menschen, darunter drei Frauen, erleiden ebenfalls Verletzungen sowie einen Schock. Der Betreiber des Festes sieht keinen Anlass, das Fest abzubrechen. Am nächsten Tag gibt es eine Messerstecherei, deren Hintergrund und Tatgeschehen noch nicht untersucht ist. (Quelle: http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/angriff-auf-syrer100_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html)

Aschersleben
30 Nazis stürmen unerwartet die Feierlichkeiten zum 1. Mai. Dabei verteilen sie nazistische und ausländerfeindliche Parolen brüllend Propagandamaterial. Während ihres Erscheinens tritt gerade eine Tanzgruppe mit Kindern auf. (Quelle: http://www.ad-hoc-news.de/rechte-stoeren-mai-feier-in-aschersleben--/de/News/23233403)

Langenweddingen
Ein 35-jähriger Mann aus Sierra Leone wird von zwei Nazis krankenhausreif geschlagen. Nach Angaben des Opfers seien sie zuvor aus einem Kleintransporter gesprungen und hätten unvermittelt auf ihn eingedroschen. (Quelle: http://url9.de/kdM)

NSU schon vergessen?

Uns drängt sich der Verdacht auf, dass es sich bei den Reaktionen nach dem Bekanntwerden der NSU-Morde tatsächlich nur um Lippenbekenntnisse und Worthülsen gehandelt hat. Man könnte fast meinen, dass die NSU-Debatte nicht der Anfang vom Ende rassistischer und neonazistischer Straftaten war, sondern gut als neuerlicher Startschuss für weitere Hetzjagden auf Migrant*innen, Linke und Andersdenkende taugt. Während man sich auf Bundesebene mit halbgaren und typisch repressiven Ideen wie einer Ausweitung von Überwachung - wie war das noch gleich mit der Rolle der Geheimdienste bei den Mordserien der NSU? - durch etwa eine Neonazistammdatei begnügt, passiert auf Landesebene exakt nichts. Der Innenminister Stahlknecht lässt zwar immer wieder verlauten, dass er es sehr ernst nehme, doch verhindern konnte er weitere Übergriffe nach Mücheln nicht. Im Gegenteil. Das Verhalten der Behörden scheint diese Straftaten sogar noch zu begünstigen. Neonazis und gewaltbereite Mitläufer scheinen sich ermutigt zu fühlen durch ihre jüngsten "Erfolge", wie beispielsweise der Vertreibung des türkischstämmigen Restaurantbesitzers aus Mücheln. 

Extremismusquatsch mit brauner Soße

Während es Nazis allem Anschein nach immer einfacher haben, wahllos und willkürlich auf rassistische Hetzjagden zu gehen, wird antifaschistisches Engagement seit Jahren strukturell und sogar professionell kriminalisiert. Wer blockiert und demonstriert, sieht sich nicht selten allen möglichen staatlichen Repressionen ausgesetzt. Hervorgetan haben sich bei dieser Kriminalisierungspolitik vor allem das Land Sachsen sowie die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. Ja, die Schröder ist schon komisch und bietet Woche um Woche eine neue Posse. Erst gibt sie zusammen mit Prof. Jesse (TU Chemnitz), dem größten Verteidiger der Extremismustheorie, der auch schonmal bei Naziveranstaltungen auftritt, eine lustige und sämtlichen wissenschaftlichen Standards entbehrenden Schulbroschüre gegen Linksextremismus heraus (Wusstet ihr, dass Hausbesetzer linksextremistische Gewalttäter sind und die Zeitung "Neues Deutschland", die ja tendenziell eher langweilig ist, linksextremistisch sein soll?), dann schreibt sie ein Buch, in dem sie sich als krasse Antifeministin outet und dann lässt sie einfach mal das Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Dresden, nachdem die Extremismusklausel rechtswidrig sei, rechts liegen und macht einfach stur weiter. Eine sturere und informationsresistentere Ideologin kann es kaum geben.

Für uns ist klar: da, wo Antifaschist*innen kriminalisiert, ausgrenzt und gebrandmarkt werden als "linke Chaoten", "linksextreme Schläger" etc., dort keimt Rassismus und Neonazismus ungestört und unwidersprochen. Die gnadenlose und staatlich geförderte Gleichsetzung von "links" mit "rechts" als zwei gleich gefährliche Außenränder, die die "Mitte der Gesellschaft", also den "Hort der Demokratie", angreifen wollen, trägt maßgeblich dazu bei, dass den Nazis und Rassisten freies Feld gelassen wird. Teil des Problems ist auch, dass es linke Medienmacher*innen gewöhnlicherweise schwer haben, mit ihren Themen, Rechercheergebnissen und Informationen Gehör zu finden. Dies geschieht nicht etwa, weil die Themen und Beiträge schlecht recherchiert oder langweilig wären, sondern nur, weil sie eben von Linken kommen. Auch das ist ein Beitrag zur gefährlichen Marginalisierung der wenigen aktiven Menschen, die den Mut haben, wirklich etwas gegen Nazis und ihre Mitläufer*innen zu tun.

Vor 20 Jahren starb Torsten Lamprecht

Am 9. Mai des Jahres 1992 attackierten etwa 30 gewaltbereite Nazis die "Elbterrassen" im Magdeburger Stadtteil Cracau. Dort fand eine Party von linken Jugendlichen statt, die teilweise heftigen Widerstand leisteten. Darunter befand sich auch der junge Punker Torsten Lamprecht, der so massiv verletzt wurde, dass er zwei Tage später, am 11. Mai, seinen Verletzungen erlag. Dieser Mord knüpfte nahtlos an die rassistischen Pogrome, weitere Morde und fremdenfeindliche Hetzjagden in den frühen 90er Jahren an. 

Vor nunmehr 20 Jahren hätte man über wegbereitende und ernstgemeinte Programme gegen Faschismus, Rassismus und Neonazismus etwas erreichen können, von dem wir heute noch etwas spüren würden. Doch statt konstruktiver und nachhaltiger, Faschismusprävention einbeziehender, Maßnahmen erübrigte sich die Reaktion der Politik in fadenscheinigen Programmen, wie etwa dem merkwürdigen "Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt", das nicht einmal im Ansatz die ideologische und politische Dimension des Phänomens Neonazismus einbezog. Auch 20 Jahre später tauchen immer wieder diese gruseligen Leuchtturmprojekte auf. Aktuellstes Beispiel ist das vom Bund mit Millionen geförderte Projekt "Dortmund den Dortmundern".

Muss es denn erst wieder Tote geben, damit die Politik aufwacht und handelt? Angesichts der mahnenden Geschichte des jungen "Lampe", der sein Leben noch vor sich hatte und von Nazis totgeprügelt wurde, fordern wir, dass die Landesregierung endlich aktiv wird und schlüssige Maßnahmen tätigt, um der Lage Herr zu werden! Es kann nicht angehen, dass Sachsen-Anhalt eine No-Go-Area für Migrant*innen ist und anders aussehende Menschen ihres Lebens fürchten müssen oder ihrer Existenz beraubt werden. Wir brauchen keine bescheuerten Animateure, die bei Bürger*innen-Demos fragend brüllen "heeeeeeeeeeeyyyyyy, seeeeeiiiiid iiiiihhhhhrrrr alle nooooocccch geeeeeeegeeeeeen reeeeeeechts?" (gesehen in Dessau am 10. März), wir brauchen keine Ausgrenzungspolitik staatlicher Stellen und öffentlicher Bündnisse gegenüber vermeintlichen "Linksextremist*innen", wir brauchen keine Lippenbekenntnisse von Minister*innen oder irgendwelche Prestigeprojekte wie Kompetenzzentren gegen Rechtsextremismus. Kompetetent sind die zahlreichen Vereine und Inititiativen, die es schon seit Jahren gibt. Diese gilt es zu fördern! Was wir brauchen, ist starkes antifaschistisches Engagement der Zivilgesellschaft, das nicht kriminalisiert wird.

Die Kranzniederlegung in Gedenken an Torsten Lamprecht findet am 11. Mai um 16.30 Uhr statt. Treffpunkt ist der Haupteingang des Nordfriedhofs (Lübecker Straße)

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Ergänzungen zur Chronik

[seit dem obigen Artikel führen mit befreundeten Antifaschist*innen aus Magdeburg eine Chronik rechter Umtriebe in Sachsen-Anhalt seit Beginn des Jahres 2012. Zusammengefasst werden sie auf dem Blog AARMD]

Nienstedt, 20. April 
Die Polizei hat im Landkreis Mansfeld-Südharz ein nächtliches Treffen von Rechtsextremen aufgelöst. Am Freitag kurz nach Mitternacht hatten mehrere Zeugen die Polizei alarmiert, weil sie von einer Halde nahe Nienstedt «Heil Hitler»-Rufe und Feuerwerk gehört hatten, berichtete eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd in Halle. Die Polizisten trafen auf 14 Menschen – einige von ihnen seien als Rechtsextreme bekannt, sagte die Sprecherin. Es sei Anzeige wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen erstattet worden. Die Polizei vermutet, dass die Rechtsextremen sich anlässlich des Hitler-Geburtstags getroffen hatten. (Quelle: MZ)

Oschersleben, 24. April
Ein 16-jähriger Deutscher hat in einem Wohnhaus in der Oschersleber Thälmannstraße am Sonnabend um 0.20 Uhr einen 26-jährigen Libanesen mit ausländerfeindlichen Parolen beschimpft. Wie die Polizei gestern mitteilte, habe der Libanese kurz nach Mitternacht den Jugendlichen, der gemeinsam mit anderen in einer Wohnung feierte und Lärm verursachte, angesprochen und um Ruhe gebeten. Der 16-Jährige habe den 26-Jährigen daraufh in beschimpft. Am Nachmittag zeigte der Libanese den Deutschen bei der Polizei in Oschersleben an. Der polizeiliche Staatsschutz hat wegen des Verdachts einer politisch motivierten Straftat die Ermittlungen aufgenommen. (Quelle: Volksstimme vom 24.04.2012)

Langenstein bei Halberstadt, 02. Mai
Langenstein – Unbekannte haben eine Informationstafel der KZ-Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge beschädigt. Nach Polizeiangaben
wurde die Tafel, mit der an den täglichen Marschweg der Häftlinge vom Lager in die unterirdischen Rüstungsstollen erinnert wird, zerschlagen. Die Täter hätten zunächst einen Poller entfernt und seien wohl mit einem Auto vorgefahren. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Der Schaden wird auf rund 200 Euro beziffert- (Quelle: Volksstimme vom 02.05.2012)



Magdeburg (Reform), 03. Mai
Aus einer Gruppierung von 6-7 Personen heraus sind am gestrigen Abend ausländerfeindliche Parolen skandiert worden. Die Gruppe ging dabei gegen 22.30 Uhr zu Fuß auf dem Planetenweg in Richtung Hektorweg. Durch einen Anwohner informiert, traf die Polizei kurze Zeit später vor Ort ein. Ein 22-Jähriger, der polizeilich einschlägig bekannt ist, wurde gestellt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise unter Tel. (03 91) 5 46 21 96 bei der Magdeburger Kriminalpolizei erbeten. (Quelle: Volksstimme http://aarmd.blogsport.de/images/image003.png)

Halle, 04. Mai
Auf den Verein Vereinigte Linke Ludwigstraße in Halle wurde in der Nacht zum Freitag ein Anschlag mit Buttersäure verübt. Unbekannte hatten nach Angaben von Polizeisprecherin Ulrike Diener die Sitzgelegenheiten vor dem Laden mit der Flüssigkeit übergossen. Gegen vier Uhr morgens wurde von den Inhabern, nachdem sie den Geruch bemerkten, die Feuerwehr gerufen. Der Staatsschutz wurde in die Ermittlungen eingeschalten. Ob das für Samstag geplante Kinderfest stattfinden kann, stand am Freitag noch nicht fest. (Quelle: MZ)